Keine Angst vor Olivenöl


Medienberichte, die das für die Mittelmeerküche typische Olivenöl mit einer schädigenden Wirkung auf die Blutgefäße in Verbindung bringen, haben viele Patienten verunsichert. Mit Bezug auf Laboruntersuchungen an der Universität Münster war dabei von den beteiligten Wissenschaftlern der Verdacht geäußert worden, dass die im Olivenöl enthaltene Ölsäure die Entstehung von Atherosklerose fördern könnte.

Experten von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main haben jedoch jetzt betont: Reagenzglas-Studien lassen normale biologische Prozesse wie Verdauung und Stoffwechsel unberücksichtigt, weshalb sie generell keine wissenschaftlichen Beweise für Beziehungen zwischen einer Substanz und einem Erkrankungsrisiko liefern können. Deshalb kann man aus Reaktionen im Reagenzglas auch keine Ernährungsempfehlungen ableiten. Die Verbraucher sollten sich nicht verunsichern lassen.

Diesen isolierten Reagenzglasversuchen stehen die Ergebnisse zahlreicher auch bei großen Bevölkerungsgruppen durchgeführter wissenschaftlicher Untersuchungen gegenüber, die den gesundheitlichen Nutzen der mediterranen Küche mit Olivenöl als Haupt-Fettlieferant klar belegen.

Olivenöl stellt - neben viel Obst und Gemüse, reichlich Fisch und wenig Fleisch - einen sehr wichtigen Bestandteil der mediterranen Küche dar. Die Schutzwirkung dieser Ernährungsform im Hinblick auf Gefäßerkrankungen - und mögliche Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall - ist mittlerweile unstrittig. Olivenöl, das neben der Ölsäure eine große Anzahl günstiger Mikronährstoffe enthält, wirkt zum Beispiel antioxidativ, entzündungs- und gerinnungshemmend. Insbesondere wirkt sich Olivenöl durch seine einfach ungesättigten Fettsäuren und Polyphenole günstig auf die Cholesterinwerte aus. Dies trifft in erster Linie auf kalt gepresste Öle mit den Bezeichnungen "natives Olivenöl extra" oder "Olivenöl extra vergine" zu. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist Olivenöl nach wie vor empfehlenswert, um das Risiko für die Entstehung von Gefäßkrankheiten zu vermindern oder deren Verlauf günstig zu beeinflussen, betont die Deutsche Herzstiftung.

Informationen unter: Deutsche Herzstiftung
Quelle:rheinerftjournal.oekoserve.net, aerztezeitung.de