ERSTE-HILFE-TECHNIKEN


Die SEMFYC (Spanische Gesellschaft für Allgemeinmedizin) hat betont, wie wichtig es ist, dass die Bevölkerung ausgebildet ist in Erste-Hilfe-Techniken.
Denn:Richtiges Handeln in den ersten Minuten ist entscheidend, ob jemand einen Herz-Lungen-Stillstand überlebt oder nicht.

Ob jemand solch eine Situation überlebt, hängt entscheidend davon ab, ob eine Person, die in Reanimationstechniken versiert ist, zur Stelle ist und diese sofort anwenden kann. Mehr als 40% aller Opfer eines Herzlungenstillstandes überleben, wenn ihnen in den ersten Minuten mit entsprechenden Techniken geholfen werden kann. Aber nur maximal 20% der Opfer, wenn keiner ihnen wirksame Hilfe zukommen lassen kann. Daraus kann man schliessen, dass abgesehen von einem gutorganisierten Notfall-Einsatz-System, es mindestens ebenso wichtig ist, dass die Bevölkerung geschult ist darüber, wie sie dieses System aktivieren kann (z. B. mit der Notrufnummer 112) und eben, wie man eine Herzmassage vornimmt. Innerhalb der Bevölkerung sind natürlich diejenigen, die diese Ausbildung in erster Linie erhalten, alle, die bei Feuerwehr, Polizei, Gesundheitsdiensten, etc. arbeiten, aber auch Lehrer und Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragte in Firmen. An 2. Stelle sind es Familienangehörige von Risikopatienten, und letztlich Schüler und Studenten, die über derartigen Kenntnisse verfügen sollten.

Die Überlebens-Aktions-kette:
Alles, was sinnvollerweise unternommen wird, um das Opfer eines plötzlichen Herzstillstands vor dem Tod zu bewahren, bildet zusammengenommen eine Kette von Aktionen, bei der jeder Bürger gleichermassen wichtig wie das Fachpersonal ist.
Wir unterscheiden 3 grundlegende Schritte vor dem Eintreffen des Notarztes:
  • das umgehende Erkennen der Notfallsituation und Aktivierung des Notdienstes
  • die kardiopulmonare Reanimation
  • und die frühzeitige Defibrillation.
Der Erfolg dieser Aktionskette hängt davon ab, dass möglichst viele Personen wissen, was als erster und zweiter Schritt zu tun ist: das Rufen des Notdienstes und die Reanimation. Wenn beide Schritte schnellstens ausgeführt werden, garantisiert das eine maximale Überlebenschance mit minimalen Spätfolgen für das Opfer.

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die eine Person vor dem Tod bewahrt, wird beim Atemstillstand durch künstliche Luftzufuhr ermöglicht und die fehlende Blutzufuhr durch Herzmassage gewährleistet. Jedermann, der darin ausgebildet ist, kann eine Wiederbelebung auch ohne weitere technische Apparate durchführen. Die Handgriffe sind leicht zu erlernen und auszuführen. Und wenn das frühzeitig geschieht, können sie den Tod vermeiden.


In unserer Praxis werden wir ab September 2016 Notfall- und Herz-Lungen-Reanimations-Kurse durchführen. In diesen Kursen können Sie lernen, was im Ernstfall zu tun ist. Vielleicht können Sie mit den erlernten Handgriffen eines Tages Ihr Kind oder Ihren Vater oder jemand anderen, der es Ihnen immer danken wird, vor dem Tod bewahren.

Wie lange dauert es im extremen Notfall, bis ärztliche und technische Hilfe eintrifft? Denken Sie daran: die ersten fünf Minuten sind die wichtigsten und manchmal entscheidend.
Mehr Informationen unter
971 500 343

Bringen es jetzt die Schockfotos?


In Australien z. Bsp. wird man schon seit längerem geschockt. In Deutschland gilt die Verordnung erst seit kurzem. Jetzt, im 2. Quartal, wo nun kein Tabak mehr mit den bekannten Warnhinweisen allein verkauft wird, scheint die Einführung von Schockfotos und grossen Warnhinweisen auf den Schachteln und anderen Tabakwaren erste Wirkung zu zeigen. Denn plötzlich ist die Menge der in Deutschland hergestellten Zigaretten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,4 Prozentpunkte auf 17,2 Milliarden Stück gesunken.

Rückläufig ist auch der Absatz von Zigarren und des Tabaks zum Selbstdrehen. Insgesamt 9,1 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2015. Die Wiesbadener Statistiker sehen die Ursache für diesen starken Rückgang eindeutig in der Verschärfung der Massnahmen gemäss der EU-Tabakrichtlinie, die seit dem 20. Mai dieses Jahres in Deutschland und natürlich auch hier in Spanien gilt. 

Das ist erstmal eine positive Nachricht bzw. ein schöner Effekt. Wenn tatsächlich in Zukunft weniger geraucht wird, können wir uns ja auch auf eine Zukunft mit mehr Gesundheit freuen. Nur ist die Vorfreude oft grösser als die wahre Freude des Erlebens. Schliesslich wurde mit Einführung der Warnhinweise auch kein signifikanter Rückgang des Tabakkonsums aus diesem Grunde ausgemacht. Ist es nicht eher so, dass es auch bei den schockierendsten Fotos auf Zigarettenpackungen einen Gewöhnungsfaktor gibt? 

Ehrlich gesagt, scheint ein langfristiger Erfolg über visuellen Effekt eher unwahrscheinlich, schon garnicht wird er massenhaft auftreten. Jeden Menschen, der sich dazu entschliesst und es langfristig schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, sollten wir beglückwünschen. Es gibt viele Gründe, warum diese Menschen es schaffen, eine Sucht aufzugeben. Für manche mag es regelrecht der Beginn eines neuen Lebens sein. Wahrscheinlich hatte er oder sie aber ganz persönliche Beweggründe und das wiederholte Betrachten von abstossenden Fotos anonymer Patienten hat dabei den geringsten Anteil.

Währenddessen dürfen auch wir Nicht- oder Exraucher die neuen aufgemotzten Schachteln aus der Ferne geniessen. Deshalb eine Bitte an die Noch-Raucher: lasst die Schächtelchen nicht mehr auf dem Restaurant-Tisch neben dem Degustationsmenü liegen. Das verdirbt dann wirklich den Appetit - auf das Essen.Quelle: aerztezeitung.de/dpa

Ab September wieder YOGA bei Med-in-Inca


Jetzt ist erstmal Sommer - und Zeit für den Strand! Wenn Sie das Grillen in der Sonne langweilt oder gar verabscheuen, versuchen Sie es dochmal mit schwimmen, schnorcheln, Kajak fahren, segeln, … Alles was Bewegung an der frischen Luft  bedeutet (ja, sie ist frisch, auch wenn sie heiss daherkommt), tut uns schliesslich gut. Oder Sie machen sich in aller Frühe oder vor dem Sonnenuntergang auf zu einem Strandspaziergang oder gar Lauf. Alles viel besser als die sich zu sehr wiederholenden Grillabende, Bierabende, Fussball-EM-Abende, Fernsehabende, …

Schliesslich sind Sie für das Meer doch nach Mallorca gekommen!
Und weil eben in diesen Wochen das Wasser angesagt ist, gibt es in unserem Zentrum auch KEIN Yoga! Wir bitten um Ihr Verständnis.

Ab SEPTEMBER geht es dann wieder los! Und wir möchten gleichzeitig auch Interessierte einladen, die vielleicht noch nichts von der Existenz der Gruppe wissen. Denn noch sind Plätze frei!

Seit 2015 erteilt die langjährige Yoga-Lehrerin Claudia Hubberten in unserem Zentrum Therapeutisches Yoga. Auf der Basis des klassischen Yogas diverser Schulen und ihres eigenen Stils bieten ihre Stunden Übungen zur Verbesserung der Muskulation, Haltung, Atmung, etc., deren beständige Ausübung eindeutige Verbesserung oder Linderung der verschiedensten Symptome bedeuten.

Überwindung und Beständigkeit! Wir wissen es ja – und deshalb gibt es Yoga-Schulen und Menschen wie Claudia. Mit entsprechender Anleitung und Unterstützung ist eben einfach leichter, zu lernen, zu üben, motiviert zu bleiben – zu wachsen.

In Claudias Website können Sie sich näher informieren!
Bis September verabschiedet sich die Yoga-Truppe:

Satnam!

Warum denn SHIATSU?


Ein Gesundheitszentrum bietet eine Bandbreite von Angeboten, die über den altbekannten (und bewährten) Arztbesuch weit hinausgehen. Gesundheit ist eben nicht Krankheit – und viel lohnender und schöner ist es, etwas für seine Gesundheit zu tun, als gegen eine Krankheit anzukämpfen.
Deshalb sind unsere Leistungen an Ihrer Gesundheit und an Ihrem Wohlbefinden orientiert. Und gerade auch das Wohlbefinden von Körper (und Geist) hat einen hohen Gesundheitsfaktor, auch wenn er subjektiv und schwer messbar ist.
In diesem Sinne bieten wir in unserem Zentrum auch die ganzheitliche Behandlungsform der Shiatsu-Massage an. Shiatsu heisst “Fingerdruck” und ist eine Körpertherapie, die auf der traditionellen chinesischen Medizin und Gesundheitslehre basiert.
Shiatsu betrachtet Krankheiten und deren Symptome als Zeichen eines Energie-Ungleichgewichtes. Der Fingerdruck auf den Meridianen wird ergänzt durch Anwendung von Dehnung und Rotationen. Druck wird mit Fingern, Handgelenken, Ellbogen, Knien und Füssen ausgeübt.
Shiatsu ist eine meditative Arbeit, geprägt von Stille und des “In-sich-hineinhorchen”.
Eine Behandlung wird oft durch ein kurzes Gespräch ergänzt und dauert etwa eine Stunde.
Shiatsu hat sich bei folgenden Beschwerden bewährt: Verspannungen jeder Art, akute und chronische Schmerzen, Migräne, Stress, Nervosität, Menstruationsbeschwerden, Haltungsprobleme, psychische Symptomatiken, etc..
Während der Schwangerschaft wirkt Shiatsu unterstützend und sehr wohltuend.
Siatsu dient der Aufrechterhaltung von Gesundheit und Lebensfreude.


Gönnen Sie sich eine kleine Auszeit. Hören Sie in sich hinein bei einer Shiatsu-Ganzheitlichen Körperbehandlung.
Gern informieren wir Sie in unserem Zentrum MED-IN-INCA oder fragen Sie einfach nach Yvonne Wohlwend, unserer Shiatsu-Praktikerin.

Tod im Spiel


Immer wieder sterben junge Fußballer an plötzlichem Herzversagen. Meist führen erbliche Defekte zum Kollaps.

Es steht 4:1. Dann bricht der Verteidiger im ersten Saisonspiel seines Vereins auf dem Feld zusammen. Einfach so. Kein Unfall, kein Zusammenstoß, kein Foul. Mehrfach gelingt es den Ärzten, den 22-jährigen Nationalspieler wiederzubeleben – erst auf dem Spielfeld, anschließend in der Kabine. Drei Tage später stirbt der Spanier im Krankenhaus. Todesursache: Hirntod durch Sauerstoffmangel nach mehreren Herzstillständen. 


»Sudden Death« hat im Sport eigentlich eine andere Bedeutung. Ein nach der regulären Spielzeit unentschieden endendes Spiel wird sofort abgepfiffen, wenn in der Verlängerung eine Mannschaft ein Tor schießt. Doch in jüngster Zeit taucht der Begriff fast immer in medizinischem Zusammenhang auf. Am selben Tag, an dem Puerta beerdigt wird, gibt es bereits den nächsten »plötzlichen« Toten. Im israelischen Beerschewa kippt der sambische Nationalkicker Chaswe Nsofwa, 26, bei einem Trainingsspiel um; Notärzte können den Angreifer nicht wiederbeleben. Und nur knapp eine Woche zuvor starb in England der 16-jährige Nachwuchsspieler Anton Reid nach einem Zusammenbruch.

Wie kann es sein, dass durchtrainierten Sportlern das Herz versagt? Lässt sich der plötzliche Tod von jungen Ballartisten verhindern? Darüber diskutierten auch die Herzspezialisten beim größten Kardiologenkongress der Welt vergangene Woche in Wien. »Unglaublich« findet Domenico Corrado das, was da gerade im südspanischen Sevilla passiert ist. »Der Mann wurde drei oder vier Mal wiederbelebt«, sagt der führende Sportkardiologe aus Padua.

Auch Dopingmittel können das Herz aus dem Takt bringen. Selten ist ein Herzinfarkt oder ein Herzklappenfehler die Ursache für den Kollaps. Fast immer sind es schwere Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Tod auf dem Rasen führen. Bei der Arrhythmie gerät das Herz aus dem Takt, schlägt meist viel zu schnell, die Kammern pumpen in rasantem Tempo. Wenn das Herzflattern in Kammerflimmern übergeht, wird es lebensbedrohlich. »Jede einzelne Herzmuskelzelle kontrahiert zwar, aber alle arbeiten durcheinander. Dadurch kann kein Blut mehr durch den Körper gepumpt werden, es kommt zum Kreislaufstillstand«, erklärt Paulus Kirchhof, Kardiologe am Universitätsklinikum Münster. 

So etwas kann man überleben. Die Fußballprofis haben im Ernstfall bestens ausgestattete Ärzteteams samt Defibrillatoren in der Nähe. Doch wenn das Herz zu lange oder zu oft stillsteht, wird das Hirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und stirbt ab. So wie bei Antonio Puerta.

In den vergangenen zehn Jahren sind mindestens 16 Profifußballer den plötzlichen Herztod gestorben. Die Statistik zeigt, dass Leistungssportler verglichen mit Nichtsportlern ein bis zu viermal so hohes Risiko haben, vom »Sudden Death« ereilt zu werden. Von den unter 30-Jährigen in der Gesamtbevölkerung stirbt jedes Jahr etwa einer von 100.000 daran.

Der Kardiologe Kirchhof und seine Kollegen spüren in Wien den Ursachen der Sportlersterblichkeit nach. In Vorträgen zeigen sie saubere Schnitte durch Sportlerherzen und präsentieren auffällige Elektrokardiogramme, die selbst Experten in Erstaunen versetzen – Warnsignale, die womöglich übersehen wurden. Denn meist ist eine angeborene Grunderkrankung schuld am Herzversagen.
Bei Antonio Puerta war es eine »generell zwar seltene Erkrankung der rechten Herzkammer, die bei Sportlern jedoch eine wichtige und bekannte Ursache des plötzlichen Herztods ist«, teilte der Weltfußballverband (Fifa) mit. Die Muskulatur wird dabei zunehmend durch Fettgewebe ersetzt, die Herzkammer erweitert sich. Das kann letztlich fatale Störungen des Herzrhythmus verursachen.

Häufig sind auch die Herzmuskelwände verdickt, speziell die der linken Kammer. Wenn der Muskel unkontrolliert wächst, kann es zu Problemen mit der Reizleitung kommen. Oft verengen die wuchernden Muskeln auch den Ausfluss in die Hauptschlagader, was das Herz ebenfalls aus dem Tritt bringen kann. So wie bei dem Kameruner Marc-Vivien Foé, der 2003 im Halbfinale des Confederations Cup zusammenbrach und nicht mehr zu Bewusstsein kam.

Was die Herzärzte auf ihren Schnitten durch das Organ nicht sehen, sind Störungen der Reizübertragung, die das Herz zum Flimmern bringen können. Zunehmend sind Erkrankungen im Gespräch, bei denen die Ionenkanäle defekt sind – in diesem Fall ist der Signalweg in die Zelle versperrt. Wenn die Ionenkanäle regional unterschiedlich arbeiten, bilden die elektrischen Erregungen keine einheitlichen Fronten mehr, und die Muskelzellen und -fasern agieren wild durcheinander. Solche erblichen Störungen können plötzliche Herztode ohne erkennbare Ursache erklären.

Ein derart geschädigtes Herz kann bei außergewöhnlicher Belastung kapitulieren. Es ist nicht der Sport, der die Betroffenen tötet aber er kann der Auslöser für den plötzlichen Tod sein.

Doping

Da die Einnahme und Dosierung, teilweise auch die Herstellung von Dopingmitteln oft unkontrolliert vonstattengehen, tragen die Aufputschmittel unter Umständen zum plötzlichen Herztod bei. Anabolika können zu einem überschießenden Wachstum der linken Herzkammer führen und den Boden für das Kammerflimmern bereiten. Amphetamine wirken wie körpereigene Stressbotenstoffe, sie lassen das Herz kraftvoller und schneller schlagen. Auf Dauer können sie so den Herzmuskel auspowern, sagen Herzspezialisten. Und Epo sowie Blutdoping ermöglichen derart hohe und lang anhaltende Belastungen, dass Herzrhythmusstörungen die Folge sein können, vermuten die Kardiologen.

In Italien werden alle Sportler getestet, in Deutschland nur die Fußballprofis
Wenn aber nicht unerlaubte Mittel, sondern unerkannte Herzfehler die Ursache für die plötzlichen Tode sind, wie kommt man ihnen auf die Schliche? Medizintechnik-Unternehmen präsentieren im Messezentrum am Wiener Prater futuristisch anmutende Diagnoseapparate. Angeschlossen an Computer, lassen junge Männer in Trainingshose und mit nacktem Oberkörper ihr Herz zu Vorführzwecken vom Fachpublikum untersuchen. Es pocht und pumpt gesund auf eleganten Flachbildmonitoren, saubere Hochglanzdiagnostik. Erste Warnzeichen eines drohenden Fußballertods sind aber viel einfacher zu erkennen: mit einem simplen EKG und vor allem mit einem Gespräch. Die Krankengeschichte des Spielers gibt am leichtesten Aufschluss über mögliche Schäden. Ohnmachtsanfälle, aber auch unerklärte Todesfälle in der Familie sind ernste Signale.

Genau auf diese Diagnoseinstrumente setzte Italien, als es im Jahr 1981 eine verpflichtende Herzuntersuchung für alle Hobby- und Profiathleten ab dem Jugendalter einführte. Diese Screenings sind weltweit einzigartig. Bei Auffälligkeiten folgen weitere Untersuchungen; wenn das Risiko zu hoch ist, nimmt man die Betroffenen vom Feld oder von der Bahn und legt ihnen weniger belastende Sportarten ans Herz. Das Ergebnis nach mehr als 25 Jahren: Der »Sudden Death« kommt unter Italiens Athleten nicht mehr viel häufiger vor als unter Nichtsportlern. »Wir konnten den plötzlichen Herztod unter Athleten um 89 Prozent reduzieren«, sagt Domenico Corrado. Deshalb fordert der Kardiologe Kirchhof, solche Screenings europaweit einzuführen. Im Profibereich hat der Deutsche Fußball-Bund die Vereine bereits 1999 verpflichtet, ihre Spieler kardiologischen Untersuchungen zu unterziehen. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 waren kardiologische Tests erstmals Pflicht. Anlässlich der aktuellen Todesfälle fordert die Fifa jetzt, Vorsorgeuntersuchungen generell obligatorisch zu machen.

Im besten Fall wäre auch unserem Verteidiger ein Herzfehler bei solch einem Screening aufgefallen. Vielleicht hätte er nie Profikicker werden dürfen. Möglicherweise hätten die Ärzte ihm seine Sportlerkarriere schlicht verboten. Dem jungen Mann, dessen Herz für den Fußball geschlagen hat.

Wer will da noch leben?




Die Lebenserwartung in Deutschland ist erneut gestiegen. Wie die neuesten Aufzeichnungen des Max-Planck-Instituts (MPI) für demografische Forschung in Rostock belegen, steigt die entsprechende Kurve seit 1840 unablässig an. Seitdem leben die Menschen Jahr für Jahr drei Monate länger. Zusammen ergibt das einen Anstieg der Lebenserwartung um knapp 42 Jahre.

Wird das furchtbar, wenn wir alt sind. Ein warmer Tag, und die Badeanstalt gefüllt mit altem Fleisch, Damen um die 70 mit tätowierten Ketten um den Arm und Löchern diverser Piercings. Die Männer, im Rollstuhl dann, immer noch die Freitagtasche aus recycleten LKW-Planen auf den Knien und Trainingsjäckchen, wie lange halten die sich nur noch? Verständlich, bei diesen Aussichten, das keiner mehr alt werden will. Sein schon gar nicht. Keiner macht uns mehr vor, wie das in einer angenehmen Art funktionieren kann.

Es muss doch irgendwann einmal anders gewesen sein. Zeiten, in denen Leutchen die Klappe hielten, wenn sie noch zu jung und zu dumm waren, um eine Meinung zu allem zu haben. Zeiten in denen erwachsene Menschen in schöne Tücher gekleidet in die Sommerfrische fuhren und mit Karacho die Früchte ihrer Arbeit genossen. Ist nicht mehr.

Heute wollen alle eine Meinung haben und sich Gehör damit verschaffen, sie wollen ums verrecken nicht älter werden, weil man ja viel länger alt ist als jung. Weil eigentlich jeder Körper ab zehn Jahren das Deformieren beginnt, weil Menschen nun einmal keine niedlichen Geschöpfe sind, darum quälen sie sich alle und machen sich mit kleinen Tretrollern zum Deppen. Das Altern liefert dem Menschen den perfekten Grund seinen Hass auf sich mit voller Wucht auszuleben. Der junge Mensch hingegen - jung ist man heute bis 18 - sieht die verzweifelten Bemühungen der Alten sich zu stählen, sich zu operieren, sich in alberne Kleider zu quetschen und bekommt täglich Argumente für dieses unbestimmte Gefühl der Verachtung für den älteren geliefert.

Vergangene Zeiten waren in fast jeder Hinsicht schlechter als die unseren, bis auf den kleinen Umstand des angenehmen Alterns. Damen mit Hütchen, Herren mit Gehröcken flanierten unter Lindenbäumen, redeten mit ihresgleichen und blickten mit leisem Mitleid auf die Jugend. Keinem wäre damals in den Sinn gekommen, noch einmal jung sein zu wollen, zurück in das Alter der hilflosen Ahnungslosigkeit, des unerfüllten Sehnens und dem Glauben, das eigene Leben würde sich unbedingt und auffallend von dem der älteren unterscheiden. Schön war das damals, mit Würde und gut gekleidet zu sterben, und nicht mit einem tätowierten Arschgeweih in die Grube zu fahren.

Psychokardiologie


Psychokardiologie ist eine Spezialdisziplin der Humanmedizin, die sich mit dem wechselseitigen Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und Herzerkrankungen befasst.

Neuere epidemiologische Studien belegen, dass unabhängig von den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen ein Zusammenhang zwischen bestimmten psychischen Erkrankungen einerseits und bestimmten Erkrankungen des Herzens besteht.

So haben an Depressionen erkrankte Menschen im Vergleich zu psychisch Gesunden mit ansonsten gleichem kardiovaskulärem Risikoprofil ein erheblich erhöhtes Risiko, an Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit, KHK) oder auch an einem Herzinfarkt zu erkranken. Auch haben Depressionen einen negativen Einfluss auf den Verlauf bereits bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Des weiteren konnte gezeigt werden, dass ein chronisch erhöhtes Anspannungsniveau bei Männern einen Risikofaktor für das Auftreten einer bestimmten Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern) darstellt. 

Angsterkrankungen erhöhen bei Männern und Frauen die Sterblichkeit insgesamt. Erste biologische Erklärungsmodelle für diese Befunde liegen vor und beziehen sich auf veränderte Hormonspiegel bei psychischen Erkrankungen (vor allem das Cortisol und das Noradrenalin betreffend); daneben ist aber auch klar, dass depressive Menschen sich weniger um ihre Herzgesundheit kümmern können als psychisch Gesunde.

Daraus folgt, dass Depressionen und Angsterkrankungen auch als Risikofaktor für Herzerkrankungen wie z. B. die KHK behandelt werden. Speziell die koronare Herzkrankheit hat in Verbindung mit einer Depression mehr denn je als eine psychosomatische Erkrankung zu gelten, also als eine Krankheit, in der psychische und körperliche Faktoren in der Entstehung und im Verlauf zusammen spielen.

Dies hat Konsequenzen für die Therapie. So sind beispielsweise im Gesamtbehandlungsplan von Patienten mit koronarer Herzkrankheit und depressiver Störung unter psychokardiologischer Perspektive folgende Punkte zu berücksichtigen:
  • die Erhebung der Krankheitsgeschichte muss die Befragung nach seelischen Problemen einschließen
  • Ein aktueller psychischer Befund ist zu erheben
  • Psychoedukative Maßnahmen, d. h. Information der Betroffenen zu den psychisch relevanten Faktoren
  • Training in Stressbewältigung, Aktivierung von psychischen Schutzfaktoren, psychologische Aspekte der Gewichtsreduktion u.v.m.
  • Die Optimierung der medikamentösen Behandlung schließt im gegebenen Fall auch eine antidepressive Medikation ein
  • Ernährungsberatung (z. B. hinsichtlich der Fette)
  • Sporttherapie (ggf. mit Monitorüberwachung) mit ausführlicher Information über optimale Trainingsbelastungen, Erlernen eines Ausdauersports
  • Gewichtsreduktion
  • Optimierung der Blutdruck- und ggf. Blutzuckereinstellung
  • Physikalische Therapie einschließlich Krankengymnastik
  • Einzelfallangepasstes Entspannungstraining (Auswahl aus einer Vielzahl von Methoden möglich
  • Je nach Indikation Einzel- oder Gruppenpsychotherapie.
Ein solcher Gesamtbehandlungsplan kann entweder ambulant oder im Rahmen einer stationären Behandlung, z. B. einer kardiologischen Anschlussheilbehandlung, etabliert werden.

Der traurigste Tag des Jahres



Am 19. Januar, war der angeblich „traurigste Tag des Jahres“. Wie haben Sie ihn erlebt? Pseudowissenschaftlich gilt als nachgewiesen: das definitive Ende der langen Weihnachtszeit mit allen Festen und Feiern, der finanzielle Abgrund, der sich für viele regelmässig (warum muss das eigentlich so sein?) im Januar auftut, die Dunkelheit der Jahrezeit in den nördlichen Breitengraden, die drastisch abklingende Euphorie über das neue, so ganz andere Jahr tun alles, um uns stimmungsmässig runterzureissen.

So ein Stimmungstief am traurigsten Tag des Jahres, auch wenn er 100 Stunden hätte, hat aber rein gar nichts mit einer echten Depression zu tun. Eine depressive Episode ist eine ernste Krankheit, über die die meisten von uns allerdings nicht viel wissen und die noch immer mit vielen Vor- und Falschurteilen behaftet ist.

Eine Depression ist eine richtige Krankheit, kein Stimmungstief!
Eine Depression ist eine Erkrankung, die unabhängig von äußeren Faktoren auftreten kann. Es kann aber Auslöser geben. Vielmehr werden in einer Depression die Probleme, die das ganz normale Leben mit sich bringt, übermässig vergrößert wahrgenommen. So trifft die Kritik eines anderen einen dermassen, dass man das Gefühl hat, wertlos zu sein. Die zermürbenden Rückenschmerzen werden als böse Vorzeichen gedeutet, im Rollstuhl zu enden.  Der Alltag wird als unerträgliche Bürde erlebt.
Eine Depression kann jeden treffen
Depressiv sein heisst nicht psychisch labil oder schwach zu sein, sich gehen zu lassen. Ganz genauso  sind oft Menschen betroffen, die sehr gewissenhaft sind, grosse Verantwortung übernehmen. Es kann einfach jeden treffen.
Depressionen werden nicht häufiger
Allerdings nimmt die Zahl der Menschen zu, die sich Hilfe holen und die Zahl der Ärzte, die eine Depression diagnostizieren. Oftmals verdecken körperlichen Beschwerden wie chronischen Rückenschmerzen und ähnliches eine Depression. Das heißt, die entsprechende Diagnose wird heute einfach häufiger als vielleicht noch vor einigen Jahren gestellt. Das ist an sich sehr positiv zu bewerten. Hat sich doch die Zahl der Selbstmorde seit den 80-er Jahren in Deutschland z. Bsp. von 18.000 auf 10.000 Fälle reduziert.  Eindrücklicher gesagt bedeutet das: heute nehmen sich pro Tag 20 Menschen weniger das Leben als noch vor 30 Jahren. Das ist ein grosser und erfreulicher Fortschritt, denn die häufigste Ursache für einen Suizid sind noch immer Depressionen.
Depression ist heilbar
Viele Betroffene werden auch wieder völlig gesund und leistungsfähig. Bei manchen Menschen bleibt ein erhöhtes Risiko, eventuell im späteren Verlauf des Lebens erneut in eine solche Depression zu rutschen. Wichtig ist, dass die Betroffenen sich mit der Krankheit auseinandersetzen und sich informieren. Nicht jede Depression wird medikamentös behandelt. In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung nötig sein, manchmal ist eine Psychotherapie empfehlenswert; der Erfolg von Methoden wie Lichttherapie oder Meditation dagegen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Allerdings sind sportliche Aktivität allgemein, richtiger Schlaf und eine gesunde Ernährung äusserst fördernd für eine gelungene Wiederaufnahme des Alltags.
Antidepressiva machen nicht abhängig süchtig
Antidepressiva machen auch nicht high, sondern wirken gezielt gegen Funktionsabläufe im Gehirn, die bei einer Depression gestört sind. Die Wirkung ist anders als die von anderen Psychopharmaka wie Schlaf- oder Beruhigungsmitteln.
Antidepressiva sind nicht für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Erst nach ein bis zwei Wochen bemerkt der Betroffene erste Verbesserungen. Und die medikamentöse Behandlung muss über mindestens vier bis sechs Monate laufen. Danach müssen Arzt und Patient entscheiden, ob das Medikament weiter eingenommen oder abgesetzt werden kann; und das wiederum darf nicht abrupt geschehen, sondern langsam.
Antidepressiva verändern NICHT die Persönlichkeit
Im Gegenteil: es ist die Depression, die zu schweren Veränderungen im Erleben und Verhalten der Betroffenen führt. Die mit Antidepressiva behandelten Patienten sehen es oft: „Jetzt bin ich wieder so, wie ich mich kenne“.
Ursachen:
Eine Depression kann mehrere Ursachen haben, die auch heute noch nicht alle definitiv erforscht sind. Genetik, Hormone oder Infektionen können genauso Depressionen auslösen wie die Jahreszeit oder Medikamente. Es gibt ebenso einige interessante psychologische Theorien zum Thema wie eine „erlernte Hilflosigkeit“, psychosoziale Faktoren (Arbeitslosigkeit, Partnerverlust), oder (bei Kindern) Depression der Eltern als Auslösefaktoren. All diese Ansätze machen deutlich, dass es noch kein klares Urteil gibt oder vielleicht nie ganz geben wird. Aber immerhin ist die Krankheit inzwischen aus einer dunklen Ecke ans Licht geholt worden und die Betroffenen haben gute Möglichkeiten, sich wirksame, professionelle Hilfe zu holen.

La Vita è bella!

Jetzt aber... oder lieber doch nicht...

Die ersten 12 Tage eines neuen Jahres, heisst es, sind Vorboten der 12 Monate, die wir (er-) leben werden. Eine interessanter Gedanke, die wir an uns selbst vielleicht mal überprüfen könnten.
Die meisten von uns starten am Neujahrstag tatsächlich mit einem belebenden Spaziergang durch Feld und Wald oder sogar Schneefelder, auf der Insel eher am Meeresstrand und kommen entkatert und wohlig entspannt nach Hause. Auf dem Spaziergang hat sich vielleicht der eine oder andere noch ein paar Gedanken über das beginnende Jahr gemacht und die ewig wiederkehrenden guten Vorsätze noch mal im Geiste aufgerufen. Schliesslich soll es ja besser werden als das vergangene Jahr. Darauf haben wir ja ein paar Stunden vorher gerade angetrunken!
Konsequenz: die Umsätze von Fitnesszentren im Januar steigen auf geschätzt 50Prozent ihres Jahresumsatzes.
Dann gehen die ersten Januartage ins Land...
Wie sieht’s denn so aus? Finden Sie gefallen an ihrer neuen Ernährungsweise? Haben Sie schon ein paar vegetarische Gerichte ausprobiert? Wieviele Kilometer sind Sie schon gegangen und wieviele Minuten am Stück schaffen sie laufender Weise? Ach so, Sie haben noch nicht das richtige Outfit gefunden? Ja, klar, dann müssen Sie den Beginn dieses neuen tollen Lebens noch ein bisschen zurückstellen!
Es geht garantiert allen von uns so im Leben, irgendwann; wenn es nicht der Sport ist, ist es die Musik oder die Fortbildung, oder die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle...
Haben Sie sich schon mal gefragt, WARUM zum Teufel Sie nicht dahin kommen, wo Sie doch sogerne wären?
Wir wissen inzwischen auch alle, wie man sich Ziele setzt: realistisch sollte es sein, messbar muss es sein, eine Frist muss man sich setzen, ... Warum sind Sie also immer noch nicht beim Marathon in New York oder Malaysia dabei?
Liegt es eventuell garnicht am Ziel, sondern am Weg? Der ist nämlich knüppelhart, da muss man schwitzen, da hat man Schmerzen, da muss man verzichten, da muss man sparen,...
 „Was will ich eigentlich vom Leben haben?“ Gute Frage! Klar, ich will topfit sein, mit einem BMI von 21, Geld haben, eine tolle Beziehung haben, usw.
Aber vielleicht stellen wir uns die ganz falsche Frage? Vielleicht muss sie heissen: Wieviel bin ich bereit dafür zu leiden? Und wenn man dann beginnt, unter diesem Gesichtspunkt über seine „Ziele“ nachzudenken, merkt man vielleicht, dass sie eher sowas wie ein naiver, kindischer Wunschtraum sind und dass man vielleicht in dieses Bild im Kopf verliebt ist. Wow, den Marathon mitlaufen mit tausenden von Gleichgesinnten, hinterher noch ein paar Tage chillen.
Aber frühes Aufstehen, Schweiss und vier Wochen vorher am besten kein Alkohol? Wer holt sich schon Befriedigung aus so unschönen Erfahrungen!
Also, bevor Sie Ihre Tausender für das neue Rennrad o.ä. rauswerfen, überlegen Sie sich nochmal, ob Sie wirklich bereit sind für den ultimativen Wandel in Ihrem Leben, den Sie zwar mit einer simplen Entscheidung einleiten, den Sie sich aber tatsächlich selber hart erarbeiten müssen, immer wieder neu, täglich!
Ansonsten, sparen Sie sich den Aufwand! Damit ersparen Sie sich einige Frustationen. Behalten Sie stattdessen einfach Ihre gute Laune und bleiben mit sich im Reinen. Ihre Mitmenschen umgeben sich gerne mit solchen Menschen. Sie sind inspirierender, denn in dieser Hinsicht machen Sie es ja gut!

Sieben Tipps gegen überflüssige Pfunde


Der Vorsatz, ein paar Kilo abzunehmen, ist schnell gefasst. Doch die Umsetzung gestaltet sich oft schwer. Kein Wunder: Akribisches Kalorienzählen, ständiger Verzicht und Heißhungerattacken stoppen die Motivation. Doch es geht auch anders. Wie Sie jeden Tag ganz nebenbei über 500 Kilokalorien einsparen.


Kündigt sich der kleine Hunger zwischendurch an, ist die einfachste Maßnahme, zuerst ein großes Glas Wasser zu trinken und abzuwarten. Oft ist das Verlangen nach Essen dann weg. Der Grund: Der angebliche Hunger ist in Wahrheit oft Durst oder schlicht Appetit.

Ein Glas Wasser zeigt: Ist es Hunger oder Durst?

Hungergefühl und Flüssigkeitsmangel werden häufig verwechselt, da der Körper ähnliche Signale sendet. Passiert das zu oft, sammeln sich unnötige Kilokalorien an. Eine Zwischenmahlzeit schlägt je nach Snack schnell mit 200 Kilokalorien und mehr zu Buche. Tipp: Auch vor dem Essen ein Glas Wasser trinken. Das füllt den Magen und man isst automatisch weniger, weil das Sättigungsgefühl früher einsetzt.

Kaffee ohne Zucker lohnt sich

Auch beim Kaffee lassen sich Kilokalorien sparen. Ein großer Becher hat etwa fünf Kilokalorien, doch Milch und Zucker machen ihn schnell mächtig. Latte Macchiato mit Sirup beispielsweise kommt leicht auf 200 bis 300 Kilokalorien. Wer hingegen zu einer Tasse Kaffee mit einem Schuss Milch und einem Würfelzucker greift, nimmt nur noch um die 50 Kilokalorien zu sich. Wer auf den Würfelzucker verzichtet, spart nochmal 15 Kilokalorien.

Senf statt Butter spart über 50 Kilokalorien


Ebenfalls effektiv ist der Umstieg von Butter auf Senf als Brotbelag. Das gibt den Stullen nicht nur eine leckere Würze, sondern spart ordentlich Kilokalorien ein. Während zehn Gramm Butter fast 75 Kilokalorien aufweisen, kommt mittelscharfer Senf auf rund zwölf. So lassen sich ganz nebenbei und mit Genuss über 50 Kilokalorien einsparen.

15 Minuten Treppensteigen puscht den Stoffwechsel

Auch Treppensteigen wird oft unterschätzt: Pro 20 Stufen verbrennt man fünf Kilokalorien. Das hört sich nicht viel an, summiert sich aber. Wer im Laufe eines Tages auf 15 Minuten Treppensteigen kommt, hat 120 Kilokalorien abtrainiert. Das entspricht acht Stück Würfelzucker. Zudem regt die Bewegung den Stoffwechsel an und stärkt die Muskeln. Je mehr Muskeln man hat, desto mehr Energie wird im Ruhezustand verbraucht.

Kaugummi ist der ideale Stressbegleiter

Auch ein zuckerfreier Kaugummi kann helfen. Am besten immer dann, wenn Stress den Appetit anregt. Statt eine halbe Tüte Gummibärchen mit fast 200 Kilokalorien am Computer nebenbei zu naschen, macht ein Kaugummi mit Fruchtgeschmack meist genauso glücklich. Oftmals geht es nämlich nur ums Kauen und nicht darum, den Magen zu füllen. Denn Kauen baut Stress ab. Auch ein Apfel ist eine gute Alternative. Zudem sättigt er dank der enthaltenen Ballaststoffe gut.

Satt essen, aber richtig

Damit das Abnehmen dauerhaft gelingt und der Jo-Jo-Effekt ausbleibt, ist es wichtig, regelmäßig und nährstoffreich zu essen. Hungern ist tabu. Ernährungsexperten raten, in der Abnehmphase die tägliche Energiezufuhr um höchstens 500 Kilokalorien zu reduzieren. Mit den kleinen Nebenbei-Tipps gelingt das ganz leicht. 

Beziehungen: Wichtig für das Herz und das Immunsystem


Gerade im Winter sehnen sich viele Singles nach einem Partner zum Kuscheln. Mehr als 16 Millionen Alleinstehende müssen die langen Abende jedoch ohne Partner verbringen – Tendenz steigend. Wer dann nur wenig Kontakt zu Familie oder Freunden hat, fühlt sich schnell einsam. Die Einsamkeit belastet nicht nur die Seele, sondern auch die Gesundheit. Was können Singles tun?
Schwächere Abwehr wegen Einsamkeit
Eine neue Studie belegt nun, dass es einen Zusammenhang zwischen einem intakten Immunsystem und Einsamkeit gibt. Die Studie wurde durchgeführt vom Neurowissenschaftlers John Cacioppo der Universität Chicago. Schon seit Jahrzehnten erforscht selbiger, wie sich Einsamkeit auf Körper und Seele auswirken. Den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der Leistung des Immunsystems haben er und sein Forscherteam sowohl am Blut von Rhesus-Affen als auch von Menschen untersucht. Rhesus-Affen sind eine hochsoziale Affenart. Das Ergebnis war bei Menschen und Affen das gleiche. Bei einsamen Probanden sind die Entzündungs-Gene vermehrt aktiv. Die Leukozyten dagegen, die für die Abwehr von Bakterien und Viren verantwortlich sind, arbeiten weniger. Das ist laut Studie der Grund dafür, dass einsame Menschen ein schwächeres Immunsystem haben.
Aktiv auf die Suche gehen
Schon länger ist bekannt, dass Küssen und Kuscheln das Immunsystem fit halten. Doch was kann man tun, um die Einsamkeit zu überwinden? Viele Singles haben sich mit ihrer Situation zumindest vorübergehend arrangiert. Das gelingt vor allem Frauen gut, da sie meist über ein enges soziales Netz verfügen. Hier finden sie Nähe und können sich mit Freundinnen austauschen. Männern hingegen fehlt dieses Netz oftmals.
Doch bei beiden Geschlechtern wächst irgendwann die Sehnsucht nach einem Partner. Spätestens dann sollte man das Glück in die Hand nehmen und zielorientiert auf Partnersuche gehen. Auf der Arbeit, im Freundeskreis, im Sportverein oder auf der Tanzveranstaltung – Möglichkeiten, jemanden kennenzulernen, gibt es viele. Wer sich nicht traut, potenzielle Partner direkt anzusprechen, kann es über Online-Partnerbörsen versuchen. Über eine E-Mail fällt einigen die Kontaktaufnahme leichter als über ein persönliches Gespräch. Eine Mail kann man zudem vorbereiten und sich bei Bedarf zuvor Tipps für die richtige Herangehensweise durchlesen. Eine Möglichkeit, die man im spontanen Gespräch eher nicht hat.
Der Weg zum passenden Partner ist aber offline und online steinig. Es gibt hierzulande keine gesellschaftlichen Zwänge mehr, in einer Partnerschaft oder Ehe zu leben. Eine Beziehung ist keine gesellschaftliche Notwendigkeit mehr. Die Ansprüche bei der Partnersuche sind infolgedessen gestiegen. Zu Kompromissen bei der Partnerwahl – wie in früheren Zeiten – ist heute kaum jemand bereit. Doch wer der Einsamkeit entrinnen und seinem Immunsystem etwas Gutes tun möchte, sollte offen und aufgeschlossen sein. Dann ist die Chance, einen Partner zu finden, am größten.

Die Leber wächst – auch ohne Aufgaben


Irrt sich etwa Dr. von Hirschhausen? Denn, wer zehn Stunden am Tag einfach nur sitzt,  erhöht das Risiko für eine Fettleber. – und das unabhängig davon, ob er zum Ausgleich Sport treibt.
Genau das zeigt sich in einer neuen südkoreanischen Studie: Langes Sitzen, unabhängig vom Aktivitätslevel, kann eine Rolle bei der Entwicklung einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) spielen.
Dafür wurden immerhin fast 140.000 Koreaner mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren untersucht. Der Durchschnitts-BMI der Teilnehmer betrug 23,0kg/m² (also mit Normalgewicht), die durchschnittliche Sitz-Zeit 7,6 Stunden.
Ergebnisse gab es viele, erwartete aber auch unerwartete:
Besonders interessant ist nämlich: sogar bei denjenigen, die sich nach stundenlangem Sitzen (Arbeitstag von 10 Stunden) gesundheitsförderlich bewegten (sprich: sportlich aktiv sind) und ein Gewicht sogar noch unter einem BMI von 23 hatten, zeigte sich ein bemerkenswert hohes Risiko für die Entwicklung einer Fettleber, welches immerhin 9 Prozent beträgt.
Wer sitzt, der isst
Der Grund dafür liegt natürlich nicht im Sitzen allein. Der Zusammenhang zwischen langem Sitzen und Fettleber (NAFLD) könnte durch eine höhere Kalorienaufnahme erklärt werden, da beim Fernsehen und vor dem Computer (bei der Arbeit wie in der Freizeit) gerne geknabbert werde, so die Autoren. Allerdings wurden die Kalorienaufnahme wie auch der BMI in der Analyse schon berücksichtigt.
Daher kommen die Autoren zu dem Schluss, dass das Verhältnis zwischen Muskel- und Fettmasse eine grosse Rolle spielt. Denn der negative Effekt langer Sitzzeiten hat nicht nur eine zunehmende Fettmasse zur Folge sondern im Gegenzug auch eine abnehmende Skelettmuskelmasse vermittelt.
Trost und Animierung für alle Nichtsportler und Laufmuffel: Insgesamt scheint also nicht nur (regel)mäßiger Sport, sondern besonders auch häufiges Aufstehen von Schreibtisch oder Couch vor Fettlebererkrankungen zu schützen.
Vielleicht machen Sie jetzt einen heldenhaften Anfang mit durchschlagender Wirkung und stehen einfach mal auf.

Was tun, wenn's blitzt?


Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, ist das für den Arzt nicht leicht zu erkennen: Probleme gibt es oft erst später. Was zu beachten ist, erklärt ein Neurologe.


Wird ein vom Blitz getroffener Mensch im Film gezeigt, geschieht das mitunter sehr überzeichnet.

Dann stehen die Haare zu Berge, das Gesicht ist voller Ruß und die zerrissene Kleidung raucht.

Im echten Leben ist es für Ärzte allerdings nicht ganz so leicht, ein Blitzopfer zu erkennen und auch zu behandeln.

"Der Arzt muss sich die Anamnese sehr genau anhören", erklärt Professor Ingo Kleiter, Neurologe, am St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Kleiter gilt als ärztlicher Experte auf dem noch wenig erforschten Gebiet der Blitzschläge.

Von 2008 bis 2011 hat er in einer Studie der Neurologischen Universitätsklinik Regensburg neurologische Spätfolgen bei 30 Blitzopfern untersucht.

Dabei war es gar nicht so leicht, Teilnehmer für die Studie zu finden. Denn schätzungsweise werden nur 30 bis 50 Menschen jährlich in Deutschland vom Blitz getroffen, rund zehn Prozent der Fälle enden tödlich.

Todesursache seien dann aber in aller Regel Herzrhythmusstörungen - und nicht, wie viele vermuten würden, innere Verbrennungen, erklärt der Bochumer Oberarzt.

Kaum ein Fall gleicht dem anderen

Und auch die Diagnose einer Blitzschlagverletzung ist nicht immer einfach, auch wenn sie sich im Verletzungsbild von konventionellen Stromunfällen unterscheiden.

Unfälle mit Starkstrom, zum Beispiel aus einer Oberleitung, führen oft zu schwerwiegenderen Gewebeverletzungen.

Kleiter berichtet, Blitzschlagverletzungen würden mitunter gar nicht diagnostiziert, auch wenn die Getroffenen in die Notaufnahme gebracht würden.

Denn die Folgen auf den Körper seien extrem unterschiedlich, kaum ein Fall gleiche dem anderen. Das kann auf ärztlicher Seite schon einmal zur Überforderung führen.

Anhand bestimmter Parameter ließe sich eine Blitzschlagverletzung dennoch diagnostizieren: "Wer getroffen wird, verliert in der Regel das Bewusstsein, weil das Gehirn kurz aussetzt", so Kleiter.

Eine manchmal mehrere Stunden andauernde Blitzlähmung (Keraunoparalyse) ist ebenfalls typisch. Berichten Patienten davon, seien dies wichtige Hinweise. Auch Kleider oder Schuhe seien oft beschädigt.

Selten komme die für wenige Stunden auftretende Lichtenbergsche Blitzfigur vor, eine fedrige Zeichnung der Haut.

Beim Blitzschlag entladen sich mehrere 10.000 Ampere - "das ist ein maximal kurzer, aber sehr starker Impuls", beschreibt der Oberarzt.

Trifft der Blitz den Körper direkt, gibt es eine hohe Fatalitätschance. "Die meisten Blitzopfer sterben dann an einer kardialen Ursache", sagt der Neurologe.

Folgebehandlung enorm wichtig

Aber: "Ein direkter Treffer ist eher selten, viel häufiger sind Verletzungen durch Seitenschlag oder Bodenleitung."

Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, kann es zu gravierenden Herzrhythmusstörungen oder zum Herzstillstand kommen.

"Dann muss er so schnell wie möglich reanimiert werden", so Kleiter. "Wichtig ist es, zu wissen, dass von dem Getroffenen keine Gefahr ausgeht, er steht nicht unter Strom und gibt diesen auch nicht ab."

Wesentlich sei neben der Notfallversorgung auch die medizinische Folgebehandlung. Manche Folgen wie Herzrhythmusstörungen und Sensibilitätsstörungen können typischerweise über mehrere Tage persistieren.

"Deshalb ist es wichtig, den Patienten nach der Diagnose nicht allein zu lassen, sondern bei Verdacht auf Blitzschlagverletzung einem Internisten und im Verlauf gegebenenfalls auch einem Neurologen vorzustellen", betont Kleiter.

Und auch die manchmal erst Monate nach dem Blitzschlag auftretenden Spätfolgen sind nicht zu unterschätzen: "Zahlreiche Blitzopfer kommen danach nicht wieder richtig in die Spur, haben psychiatrische, kognitive oder neurologische Probleme. Viele erkranken an Depressionen oder entwickeln eine posttraumatische Belastungsstörung. Ein Blitzschlag kann ein traumatisches Erlebnis sein."

Amerika als Vorbild

Eine national organisierte Selbsthilfegruppe für Blitzopfer gibt es in Deutschland jedoch nicht.

In den USA ist man schon weiter, dort lädt die "Lightning Strike and Electric Shock Survivors International" (LSESSI) Betroffene jährlich zu einer mehrtägigen Konferenz mit Fachvorträgen und Austausch nach Jacksonville, North Carolina ein, bietet Informationen und Begleitung bei der Heilung.

In Amerika werden jährlich schätzungsweise 100 bis 300 Menschen vom Blitz getroffen. Dass diese Zahl so viel höher liege als in Deutschland, habe nichts damit zu tun, dass es in Amerika weniger Blitzableiter gebe, sagt der Bochumer Experte: "Es blitzt in den USA einfach häufiger, weil sie näher an den Tropen liegen als Deutschland.

Außerdem leben sehr viel mehr Menschen in Amerika als in Deutschland - deshalb werden auch mehr getroffen."

Im Reich der Mythen

Bei der jährlichen Konferenz in North Carolina wird auch der "Überlebende des Jahres" gewählt - oftmals ein Mensch, der gleich mehrfach vom Blitz getroffen wurde.

Körperliche Gründe habe dies allerdings nicht, macht Professor Kleiter deutlich.
Dass man, einmal vom Blitz getroffen, eine höhere Chance für einen erneuten Blitzschlag habe, gehöre ganz klar ins Reich der Mythen.

Viel eher gehe es um ein gewisses Risikoverhalten: "Das klassische Blitzschlag-Opfer ist jung, männlich und Outdoorsportler", so Kleiter.

Über die Hälfte der ihm bekannten Betroffenen seien Bergsportler, die sich regelmäßig in einem gefährlichen Gebiet aufhielten.

Den besten Schutz vor Gewitter bieten von Blitzableitern geschützte geschlossene Gebäude oder Autos, die einen Faradayschen Käfig bilden - allerdings nur, wenn auch die Fenster geschlossen sind.

Der ADAC empfiehlt, auch im Auto gewisse Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. So sollen Autofahrer während eines Gewitters keine gegenüber der Umgebung erhöhten Punkte als Parkplatz aussuchen, alle Antennen einziehen und Handys nur ohne Außenantenne betreiben.

Im Innenraum sollte man keine Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, berühren.

Doch was ist zu tun, wenn man draußen in ein Gewitter gerät?
Vor der Volksweisheit "Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen" warnt Remo Scheffler aus der Oberpfalz, der selbst vom Blitz getroffen wurde und eine regionale Selbsthilfegruppe gegründet hat.

Man solle sich in eine Mulde hocken und die Füße eng zusammenstellen, so die Empfehlung.

Sich flach auf den Boden zu legen, ist laut Scheffler nicht ratsam, denn dann bestehe die Gefahr, dass der Stromschlag die gesamte Hautoberfläche verbrenne. Meiden solle man Anhöhen, Metallzäune und frei stehende Bäume.

Quelle: aerztezeitung.de

„Ärzte mit Grenzen“: die Flüchtlingswelle in Deutschland


Seit Wochen sehen wir die teilweise tragischen Bilder von Flüchtlingsströmen in die europäischen Grenzländer, dann nach Österreich, München und schliesslich Berlin. Wir alle machen uns zum Thema wohl mehr oder weniger angebrachte Gedanken. Einige von uns werden auch aktiv: feindlich oder solidarisch.
Eines ist aber Tatsache. Ob wir (sie) wollen oder nicht: die Flüchtlinge benötigen in vielen Fällen medizinische Betreuung. Diese ist per Gesetz festgelegt, innerhalb Europas gar nicht einheitlich und die Bürokratie eines jeden Bundeslandes hat dafür Gewährleistung zu tragen, dass die Betreuung entsprechend gewährleistet wird. Schon in früheren Jahren gab es dabei häufig Kritik.
Nun ist alles viel dramatischer und dringlicher: von wunden Füssen über schwangere Frauen, unterversorgten Babys, posttraumatische Beschwerden – und die mittlerweile grassierende Angst vor Infektionskrankheiten. Alles kommt vor. Alle Menschen müssen zu Beginn behandelt werden.
Wie gehen die Behörden, wie gehen Ärzte (und Gesundheitspersonal) damit um? Die Situation in deutschen Erstaufnahmelagern erinnert momentan eher leider an den afrikanischen Kontinent. Viele ehrenamtlich tätige Ärzte arbeiten in Containern, die Patienten stehen in der Schlange, kein Sichtschutz, als Behandlungsbett dient eine Pritsche, ein unglaublicher Geräuschpegel, der Arzt auf den Knien vor dem Patienten, Hitze (und bald die Kälte): So schildern die engagierten Ärzte ihren Einsatz.
Was können sie dort leisten? Nicht viel, denn die Vorschriften und vor Ort nicht vorhandenen Mittel stehen einem effektiven Einsatz entgegen: Derzeit findet weder eine Erstversorgung oder eine Tuberkulose-Untersuchung bei der Ankunft geschweige denn die generelle Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vor Ort und zeitgerecht statt, so beklagen die Ärzte. Andere Infektionskrankheiten, Mangelerkrankungen oder Verletzungen, die sich Flüchtlinge auf ihrer Flucht zugezogen haben können ebenfalls nicht ausreichend ärztlich versorgt werden.
Deshalb fordern sie jetzt als ersten Schritt den Aufbau eines mobilen, hauptamtlich engagierten Ärzteteams und die Einführung regelmässiger Sprechstunden direkt vor Ort in den Aufnahmelagern, bzw. den Zugang zu Notfallamblanzen in Kliniken . Die Aktiven klagen über die Bürokratie, unklare Zuständigkeiten und einen bisher oftmals fehlenden politischen Willen. Nun aber steht der Winter vor der Tür und es gibt dringendsten Handlungsbedarf.
Vorschläge von Seiten der aktiven Ärzte gibt es reichlich. In Dresden z. Bsp. Sind es momentan 40 Ärzte, die ehrenamtlich arbeiten; die Uniklinik hat Räume und Unterstützung angeboten. Jetzt ist eine kontundente Antwort von Seiten der Politik gefragt.
Situation: 2,3M2 pro Person
Noch ist die Situation in Dresden unter Kontrolle: Grosszügige vier Quadratmeter stehen jedem Flüchtling gemäss internationaler Konvention zu, mit 2,3 Quadratmetern pro Person müssen sie sich zur Zeit begnügen.
Die behandelnden Ärzte arbeiten ca. vier Stunden, beginnen teilweise am Nachmittag nach einem vollen Arbeitstag. Da bis vor Kurzem für alle Bewohner und Helfer des überbelegten Lagers nur zehn Dixitoiletten zur Verfügung standen kursierten Durchfallerkrankungen; von der Geruchsbelästigung bei 40 Grad Celsius gar nicht zu reden. Grippale und andere Infekte sind die häufigsten Erkrankungen. Fälle von Krätze sind bekannt; Tuberkulose? Pneumonie? Auch vier Wochen nach Aufbau des Lagers können diese Krankheiten nicht direkt vor Ort, sondern nur im Gesundheitsamt Chemnitz diagnostiziert werden.
Doch die Dresdener Ärzte sind überzeugt, dass es auch anders geht. Letztendlich sind es zehn Prozent der Flüchtlinge, die (nach der Erstuntersuchung) ärztliche Behandlung benötigen. Schliesslich steht bei jeder Grossveranstaltung ein angemessens Team mit besseren Mitteln zur Verfügung.

Eine Riesenherausforderung für die Migrationsmedizin in ganz Europa.

Quelle: aerztezeitug.de, derspiegel.de