Mittwoch, 20. Juli 2011

Finanzkrise im Gesundheitssektor: Apotheken-Streik auf Mallorca

Das Thema Finanzen im spanischen Gesundheitssektor hab ich ja schon mehrmals an dieser Stelle aufgegriffen. Und kein Ende ist in Sicht...
Die Sache spitzt sich zu: demnächst werden auf den Balearen vielleicht die Apotheken ab und an mal ihren Dienst am Kunden einstellen und einfach die Türen geschlossen halten. Als Druckmittel gegen die Balearen-Regierung, die neue, grad gewählte, weil die alte, die abgewählte so ein Riesenfinanzloch in 2stelliger Millionenhöhe produziert hat, dass darunter die Apotheken durch nichtbezahlte Medikamente ziemlich in Bedrängnis geraten sind.
Wenn Sie demnächst mal ein Schächtelchen Pillen gegen den Kopfschmerz oder Fusspilzpuder erstehen möchten, kann es sein, dass Sie das nur bei der Apotheke tun können, die grad in Ihrem Bezirk für den Notdienst zuständig ist. Da müssen Sie dann eben mal ein bisschen weiter laufen oder fahren.
Ärgern Sie sich nicht einfach darüber. Die Sache ist nämlich die, dass vielen Apotheken das Wasser schon bis zum Halse steht.... Und das einzige Druckmittel, was ihnen nach monatelangem Pochen auf ihre Gelder noch einfällt, ist eben: die Schoten dicht zu machen.
Der Tropfen, der das Fass jetzt wohl auch zum Überlaufen bringt, ist ein zusätzlicher Posten von 180€ monatlich, die jede Apotheke an die Telefonica zahlen muss für die "receta electrónica", die elektronische Vermittlung der Rezepte von den Gesundheitszentren direkt zur entsprechenden Apotheke. Das mögen manche angesichts der Summen, die eine Apotheke normalerweise umsetzt, eher als "peanuts" bezeichnen. Sind es aber doch nicht mehr angesichts der gespannten Lage. Und eben diese Telefonica-Rechnung wird jetzt als weiteres eventuelles Druckmittel erwogen.
Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass per Gesetz !!! den politischen Gemeinden z. Bsp. die Begleichung ihrer Stromrechnung freigestellt wird, wenn die Kassenlage selbiges nicht mehr zulässt. Können Sie sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn Sie die Gesa-Rechnung nicht bezahlen? Können Sie sich dann vielleicht auch vorstellen, was passiert, wenn die Telefonica ihr Geld nicht mehr bekommt. Und eine Apotheke ohne Telefon und Internet-Anschluss bietet dann ungefähr den Service wie die oben auf dem Foto.
Tja, so sieht's aus im Staate Spanien...
Quelle: elmundo.es

1 comentarios:

Stefan Wehmeier hat gesagt…

"Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
...Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird": http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

Weil das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik, um die "Finanzkrise" zu beenden. Dass gewählte "Spitzenpolitiker" und vorgebliche "Wirtschaftsexperten" es gegen jede Vernunft dennoch versuchen, beruht auf einer künstlichen Programmierung des kollektiv Unbewussten, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen durch selektive geistige Blindheit an ein a priori fehlerhaftes Zwischentauschmittel mit Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) anzupassen, damit das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, überhaupt entstehen konnte, und die – unabhängig vom so genannten Glauben – insbesondere das Urteilsvermögen derer trübt, die in "dieser Welt" eine "gesellschaftliche Position" erlangt haben.

Wenn es nicht gelingt, den Verstand einzuschalten, um unsere Marktwirtschaft durch eine professionelle Geld- und Bodenordnung (die noch bestehende wurde gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommen) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus zu befreien, kommt es in naher Zukunft zur größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte, die über 90 Prozent aller heute lebenden Menschen auf diesem Planeten – vor allem in den Industrienationen – nicht überleben werden! Ein Atomkrieg ist dazu nicht erforderlich:

http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html