Sage mir, wo du wohnst - ich sage dir, wie oft du operiert wirst


Das nenne ich doch nun mal eine wertvolle Statistik, die da in einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht wird. Da wird ja eine Menge ausgesagt.
In Deutschland gibt es erhebliche regionale Unterschiede in der medizinischen Versorgung.
1.    So z. Bsp. wird Männern aus dem Erftkreis sechs Mal seltener die Prostata entfernt als Männern am Bodensee.
2.    Kaiserschnittgeburten im Eifelkreis mehr als doppelt so häufig wie in der Stadt Chemnitz.

Aus Sicht der Bertelsmann Stiftung ein interessantes Phänomen, denn viele Differenzen seien nicht durch regional unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen erklärbar.
Nicht sehr weit hergeholt ist dann auch das Fazit: "Diese Unterschiede können ein Indiz dafür sein, dass Patienten manchmal medizinische Leistungen erhalten, die sie eventuell gar nicht benötigen", sagte Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Stiftung.


Nun will die Stiftung etwas für eine bessere, umfassendere Information der Patienten tun. Denn, um Veränderungen in diesem schiefen System zu bewirken, ist es notwendig, dass der Patient gut informiert wird. Das neue Internetportal der Stiftung "Faktencheck Gesundheit" soll Orientierungshilfen geben und die Transparenz erhöhen.
Auf diese Weise sollen Patienten für diese Unterschiede sensibilisiert werden.
Bisher liefert das Portal Informationen über 16 häufige Behandlungsgebiete wie Blindarmoperationen oder Kniegelenk-Erstimplantationen. Bei Letzteren gibt es, je nach Region, gravierende Unterschiede in der Op-Häufigkeit.
In Bayern wird überdurchschnittlich häufig operiert
In vielen bayerischen Kreisen wird überdurchschnittlich häufig operiert, bis zu dreieinhalb mal mehr als in den Kreisen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns, wo das absolute Gegenteil zu beobachten sei. Auch in größeren Städten Deutschlands wird nur durchschnittlich häufig operiert.
Die Gründe?
Jetzt geht es der Stiftung natürlich auch erstmal darum, handfeste Gründe für die Abweichungen aufzuspüren.
Als mögliche Ursachen für die regionalen Schwankungen kommen unterschiedliche Vertrags- und Abrechnungsmodalitäten für ärztliche Leistungen in Betracht (aha!), weiterhin das grundsätzliche Fehlen anerkannter medizinischer Leitlinien oder eine individuell unterschiedliche Behandlung durch einzelne Ärzte.
"Ein interessantes Phänomen"? Ich würde sagen, eher unglaublich! Jeder bayrische Mann und jede Frau aus dem Erftkreis müssten dagegen jetzt auf die Strasse gehen. Und der Rest der Versicherten aus Solidarität gleich mit...
In der Zwischenzeit empfehle ich, diese Seite der Stiftung, bevor Sie sich operieren lassen, mal zu studieren und vielleicht auch mal den Arztbesuch bei einem anderen Kollegen für die bewährte "zweite Meinung" in Betracht zu ziehen.
Quelle: aerztezeitung.de

Nur Gesunde treiben Sport



Sporttreiben ist ja nunmal sehr gesund. Jeder weiss es, viele wollen es, aber nur wenige tun es. Und das sind auch fast ausschliesslich die, die es am wenigsten brauchen. Andersherum gesagt: gerade Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun müssten, treiben wenig Sport. So ist jedenfalls das Fazit einer Studie der Heidelberger Soziologin Simone Becker.

Die Studie bringt auch zu Tage, dass die Gesundheits-zufriedenheit der Deutschen im Laufe des Lebens immer mehr nachlässt. Und gleichzeitig geht auch die sportliche Aktivität zurück. Und das, obwohl der Anteil der Deutschen, die mindestens einmal pro Woche Sport treiben, in den vergangenen 15 Jahren um 16 Prozent gestiegen ist.

Im jugendlichen Alter von 18 Jahren treiben knapp 70 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen wöchentlich Sport. Mit 35 Jahren holen dann die Frauen auf: ebenso viele Frauen wie Männer zieht es auf Sportplätze, in Clubs, etc., jeweils rund 30 Prozent. Danach geht es schwer bergab mit den Zahlen: bei den älteren Menschen ab 68 Jahren sind es nur noch jeweils 18 Prozent der Frauen und Männer, die sich regelmässig die Joggingschuhe anziehen.

Einerseits ist es wohl die Überwindung Sport zu treiben, wenn man sich körperlich nicht oder nicht mehr fit fühlt. Weiterhin kritisiert Frau Becker aber auch das Konzept vieler Präventions- oder Rehabilitationsangebote, die Kurse  meist nur zeitlich begrenzt anbieten. Die Teilnehmer, die vielleicht die Aktivitäten in der Gemeinschaft mit anderen gern in Anspruch nehmen, haben hinterher oft keine Möglichkeit – oder keine Motivation? mehr, das Training fortzusetzen.

Warum ist das so? Gesunde machen Sport! Haben die ein besonderes Sport-Gen? Ist das Erziehung? Muss da erstmal noch eine andere Generation altwerden, eine, die nicht mehr mit dem Motto: Sport ist Mord grossgeworden ist?

Die beste Erklärung zum Thema, glaube ich, hat eine spanische Freundin. Sie selbst ist gertenschlank (oder dünn wie bohnenstroh?), und quirlig (hibbelig?) – das mag jeder so bezeichnen wie er möchte. Ihr Urteil: es gibt einfach zwei Sorten Menschen: statische und dynamische. Ich weiss, zu welchem Typ ich gehöre. Rückenschmerzen habe ich trotzdem noch.
Ach, und viel Spass beim Walken oder Fernsehen heut abend!

aerzteblatt.de

Stopp den IGeL


Ein wahrlich stacheliges Thema im deutschen Gesundheitssystem: Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wollen jetzt dagegen angehen, dass Ärzte ihren Patienten/ Kunden - den Versicherten - immer mehr individuelle Gesundheitsleistungen anbieten.
Gernot Kiefer, Vorstand im Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, äusserste sich in der „Berliner Zeitung“ kritisch zu den „individuellen Gesundheitsleistungen“. Hierbei... „geht es vorrangig um Umsatz und Gewinn der Ärzte und nicht um medizinische Hilfe für Kranke.“
Das Deutsche Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ist  in einer Bewertung zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen der häufigsten  Nutzen der häufigsten IGeL mangels Evidenz nicht bewertbar sei. Deshalb seien, so der Verband, Ige-Leistungen mehrheitlich nutzlos und damit überflüssig.

Weiterhin schlussfolgert Kiefer: "Es widerspricht dem ärztlichen Ethos, kranken Menschen fragwürdige Leistungen unterzujubeln". "Wir müssen dem einen Riegel vorschieben."
Als konkrete Massnahme verlangt nun der Spitzenverband eine "Einwilligungssperrfrist“ von 24 Stunden, bis die Patienten ein IGel-Angebot annehmen dürfen. Es gälte dann also das gute alte sinnvolle Prinzip der „da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen“.  Nur in den Fällen, wo der Patient selbst ausdrücklich nach den Angeboten fragt, sollte die 24-Stunden-Frist nicht gelten.

Als weitere Massnahme wird ein schriftlicher Behandlungsvertrag gefordert, in dem der Arzt vorher über Vor- und Nachteile und Alternativen aufklären muss. Die Änderungen sollen in dem von der schwarz-gelben Koalition geplanten Gesetz zur Stärkung der Patientenrechte aufgenommen werden.
Unberechtigt sind diese Forderungen wirklich nicht. Die IgeL haben sich zu einem riesigen Markt entwickelt: der Umsatz in deutschen Arztpraxen ist mit IGeL-Angeboten seit 2005 um rund 50 Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich gestiegen. Dabei sind die am häufigsten durchgeführten Leistungen das Glaukom-Screening auf Grünen Star und der vaginale Ultraschall auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs.
Quelle: aerztezeitung.de


Telemedizin für Brandenburg


Telemedizin hat in Deutschland bisher noch nicht so den grossen Durchbruch erfahren. Deutschland ist aber auch nicht Australien, und ein so dichtbesiedeltes Land ist bisher auch mit Arztpraxen und Krankenhäusern gut versorgt gewesen. Bis sich seit geraumer Zeit ein Ärztemangel in ländlichen Gebieten bemerkbar gemacht hat, der sich jetzt erwiesenermassen auf die ärztliche Versorgung der Bevölkerung auswirkt. So eine Gegend ist Brandenburg.

Die Wege zum Facharzt oder zum Krankenhaus sind weit geworden in Brandenburg. Eine Konsequenz dieser Entwicklung ist auch die negative Spitzenposition Brandenburgs der Herzinfarktsterberate.

Aber in dem Bundesland mit der geringsten Dichte von Kassenärzten steht jetzt wohl ein Umbruch bevor. Ein telemedizinisches Grossprojekt soll nun deshalb gestartet werden. Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und das Städtische Klinikum Brandenburg/Havel werden dabei gemeinsam mit niedergelassenen Hausärzten und Kardiologen ab Herbst 2011 bis zu 500 Hoch-Risikopatienten mit chronischer Herzinsuffizienz telemedizinisch betreuen. 

Die Patienten erhalten dafür diagnostische Geräte, die kabellos per Datenleitung wichtige Vitaldaten automatisch an die Telemedizin-Zentren der beiden Kliniken liefern. EKG, Infos zu Sauerstoffsättigung und Blutdruck, auch Angaben zu Befunden und Medikamenteneinnahme der Patienten werden in einer elektronischen Patientenakte im Telemedizinzentrum gespeichert. Rund um die Uhr können die übermittelten Daten bearbeitet werden. Wenn sich kritische Zustände abzeichnen, informieren die Telemediziner die Patienten und ihre niedergelassenen Ärzte. Die am Projekt beteiligten Hausärzte und Kardiologen erhalten die diagnostischen Daten bereits vor dem Patientenbesuch.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Die Linke) ist stolz über die Vorreiterrolle Brandenburgs in der Telemedizin. "Gerade im ländlichen Raum Brandenburgs erhoffe ich mir wichtige Impulse für die gesundheitliche Versorgung", sagte sie. Frau Tack hat sich schon länger für die Telemedizin ausgesprochen und erhofft sich dadurch viel für die Sicherung der Versorgung in ihrem Bundesland.

Finanziert wird das Projekt aus dem „Konjunkturpaket II“ mit 1,53 Millionen Euro. Die Infrastruktur kommt von der Telekom und Getemed Medizin- und Informationstechnik. Partner des telemedizinischen Versorgungsprojekts auf Krankenkassenseite ist die AOK Nordost. Sie hat mit den Kliniken einen Vertrag der Integrierten Versorgung (IV) über die Telemedizinleistungen geschlossen, der das bestehende Programm "Curaplan HerzPlus" zur Versorgung von herzkranken AOK-Patienten ergänzt.

Telemonitoring kann allen Seiten Vorteile bringen: Doppeluntersuchungen werden unnötig und dem Patient können Krankenhausaufenthalte erspart werden. Die Kliniken verweisen auf vorangegangene Telemedizinprojekte. Diese hätten gezeigt, "dass wir mit einer lückenlosen Diagnostik ansonsten häufig auftretende Komplikationen bei Herzschwäche-Patienten vermeiden können", sagt Chefarzt Professor Michael Oeff vom Städtischen Klinikum Brandenburg/Havel.

In der geplanten Größenordnung ist das Projekt deutschlandweit bislang einmalig. Für die Deutsche Telekom bedeutet es ein Meilenstein der Telemedizin in Deutschland und bei Getemed ist man gespannt, wie es gelingt, die technischen Möglichkeiten im medizinischen Alltag zu nutzen.

Auch wir in unserer Praxis hier auf der Insel haben seit Jahren mit Telemedizin in Zusammenarbeit mit der Firma Vitaphone gute Erfahrungen. Deshalb können wir den Beteiligten nur Erfolg wünschen und den Patienten versichern, dass dieser Service viel Gutes zu ihrem körperlichen und seelischen Befinden beitragen wird.
Quelle: aerztezeitung.de

Mit dem Smartphone gegen Schlaflosigkeit

Bisher bin ich Smartphone-renitent, sozusagen. Mit meinem „normalen“ Handy (was auch schon 100 Funktionen mehr hat, als die, die ich so im Alltag brauche) komme ich gut klar. Selten fahre ich auf die neuste Technologie dermassen ab, dass ich vor einem Apple-store Schlangestehen würde o.ä.

Allerdings kann ich öfter nicht gut schlafen und mir hilft dann weder mein Yoga, noch Schäfchenzählen, und fernsehfreie Abende habe ich schon seit 13 Jahren und bringen mir auch nichts in dieser Hinsicht.

Vielleicht sollte ich mir jetzt aber doch die Anschaffung eines smartphone überlegen. Die sollen jetzt nämlich auch Schlafstörungen beseitigen helfen: denn nun gibt’s die "Schlaf-Los" App. Sogar, je nach Ursache der Störung, mit einem dreistufigen Konzept.

Da gibt es Anleitungen zur Progressiven Muskel-Relaxation (PMR), mit denen sich nicht nur der Körper, sondern auch die Seele entspannen lässt.
Die EFT (Emotional Freedom Technique) widmet sich ungelösten negativen Gefühlen (wow!) als Hauptauslöser für Einschlafstörungen. Zur Einführung in diese Methode gibt es sogar eine Video-Anleitung.

Und schließlich gibt es noch akustische Reize, um störende, ständig kreisende Gedanken zu durchbrechen. (Das wär’s glaub ich für mich). Die Methode "Brain Wave" erzeugt Töne, die über den Kopfhörer das Hirn in schlaftypische Schwingungen versetzen soll.
Mehr Info finden sie hier .

Das "Sauvage" in Berlin: kommt die paläolithische Küche?

In Berlin geht es gemeinhin wohl etwas wilder zu als hier auf dem ruhigen Mallorca. Unter anderem auch in der Gastronomie. So z. Bsp. gibt es dort ein Restaurant mit dem wunderschönen Namen "Sauvage". Das beschwört Bilder in den Kopf von Wildheit, Derbheit, Bären, Tigern - oder auch vielleicht Steinzeit und Dinos?

Diese Idee ist nicht ganz falsch, denn im Berliner Restaurant "Sauvage" wird nur das gekocht, was auch bereits Steinzeit-Menschen geschmeckt haben könnte.

Le Chef heisst aber nicht Fred Feuerstein, sondern ist Boris Leite-Poço und er betreibt das Restaurant im Stadtteil Neukölln gemeinsam mit seinem Lebenspartner Rodrigo.

Beide Männer ernähren sich streng nach dem Speiseplan unserer prähistorischen Vorfahren - Zucker, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot sind tabu. Stattdessen stehen Fleisch, Fisch, Gemüse, Beeren und Nüsse auf der Speisekarte. "Paläolithisch" heißt diese Form der Ernährung, oder auch einfach Steinzeit-Diät.

Ihre Argumente: Der menschliche Körper ist genetisch auf die Steinzeit-Kost getrimmt. Spätere Erzeugnisse wie Brot und Milch kann er daher nur schlecht verarbeiten. Die Folge: Wir werden dick und krank.

Natürlich steht kein Mammut auf der Speisekarte. Die liest sich eher ganz modern: Lammkeule in Rosmarin-Ingwer-Butter, ein Eier-Wrap mit Schalotten-Tomaten-Sauce (Tomaten???) und sogar ein Nuss-Sesam-Kuchen stehen darauf - aber eben ohne raffinierten Zucker und Backpulver, versteht sich.

Die Steinzeit-Diät hat bereits prominente Anhänger wie Tom Jones gefunden, ist v. a. in Amerika schon sehr beliebt, aber bei uns in Europa noch relativ unbekannt.

Deshalb ist auch das "Sauvage" nach Angaben der Betreiber das einzige Steinzeit-Restaurant Europas. Sie möchten sich auch nicht in einen Steinzeittopf mit dem Prager Restaurant "Pravek" (Steinzeit) werfen lassen, wo zwar stilecht über dem Feuer und in Höhlen-Atmosphäre gekocht wird, doch die Speisekarte ist mit Kartoffeln und Käse wenig steinzeitlich.

In London gibt es zwar ein Lokal mit paläolithischen Gerichten, wie Leite-Poço sagt. Dort würden jedoch auch andere Speisen angeboten. Bundesweit sind beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband keine prähistorischen Schlemmer-Höhlen bekannt.

Diät ohne Getreide?
In der Küche des "Sauvage" bereitet Kawan Lotfi Knäckebrot zu - ohne Getreide, nur mit Gemüse. Auch der 26 Jahre alte Küchenhelfer hat seinen Speiseplan an Fred Feuerstein angepasst. "Früher fiel es mir schwer, auf Eiscreme und Süßigkeiten zu verzichten", sagt er. "Jetzt habe ich kein Bedürfnis mehr nach diesem hochsüßen Zeug."

Auf segensreiche technologischen Errungenschaften der Zivilisation will man im "Sauvage" allerdings nicht verzichten. Mikrowelle auf, Steinzeit-Knäckebrot rein. Statt eines lodernden Feuers, glüht im "Sauvage" der Elektroherd. "Es geht uns nicht darum, zu imitieren, wie der prähistorische Mensch gekocht hat, sondern zu gucken, was gesund ist", sagt Betreiber Leite-Poço. "Paläo" ist für sie "eigentlich keine Diät, sondern eine Lebensart".

Eine Lebensart, bei der man sich jedes Körnchen Getreide verkneifen muss, sehen Ernährungswissenschaftler zumindest skeptisch. "Ein Anteil an Getreide muss nicht per se negativ sein", sagt Alexander Ströhle von der Universität Hannover. Steinzeit-Diät ist für ihn Forschungsthema. Und er kommt zu dem Schluss: Unser Körper hat nicht mehr dieselben Bedürfnisse wie vor zwei Millionen Jahren.

"Von der Nährstoffdichte kann es aber durchaus eine gute Ernährung sein", sagt der Experte. "Nur die Begründung ist nicht plausibel." Von ihrer Ernährung hätten sich unsere Vorfahren nämlich ganz andere Effekte erhofft, als ihre Nachahmer. "Das, was daran heute funktional ist - das Abnehmen - war in der Steinzeit gar nicht wünschenswert."

Genau dieses Abnehmen bestätigen auch die Betreiber des "Sauvage". "Ich esse sehr viel und nehme trotzdem ab", sagt Leite-Poço. Der 27-Jährige ernährt sich seit zwei Jahren paläolithisch. "Seitdem bin ich nicht mehr krank gewesen."
Vielleicht ist das ein Tipp, den sie in ihre Diät einbauen können. Und für die nächste sozialen Verplichtungen, die Restaurantbesuche beinhalten, suchen Sie doch nach paläolithischen Restaurants oder gleich nach dem "Sauvage". Dann prangen über ihrem Geschäftsessen versteinerte Überreste eines wilden Tieres an einer Wand. Und über der Tür prangt ein Geweih (wie in der guten alten Jägerstube, das kennt noch jeder über 50). Auf einem Tisch steht eine Schieferplatte mit Fleisch-Spießen. Und eine Kerze flackert auch. Und bei dem üppigen Schmaus nehmen Sie auch noch ab.

Quelle: aerztezeitung.de

Finanzkrise im Gesundheitssektor: Apotheken-Streik auf Mallorca

Das Thema Finanzen im spanischen Gesundheitssektor hab ich ja schon mehrmals an dieser Stelle aufgegriffen. Und kein Ende ist in Sicht...
Die Sache spitzt sich zu: demnächst werden auf den Balearen vielleicht die Apotheken ab und an mal ihren Dienst am Kunden einstellen und einfach die Türen geschlossen halten. Als Druckmittel gegen die Balearen-Regierung, die neue, grad gewählte, weil die alte, die abgewählte so ein Riesenfinanzloch in 2stelliger Millionenhöhe produziert hat, dass darunter die Apotheken durch nichtbezahlte Medikamente ziemlich in Bedrängnis geraten sind.
Wenn Sie demnächst mal ein Schächtelchen Pillen gegen den Kopfschmerz oder Fusspilzpuder erstehen möchten, kann es sein, dass Sie das nur bei der Apotheke tun können, die grad in Ihrem Bezirk für den Notdienst zuständig ist. Da müssen Sie dann eben mal ein bisschen weiter laufen oder fahren.
Ärgern Sie sich nicht einfach darüber. Die Sache ist nämlich die, dass vielen Apotheken das Wasser schon bis zum Halse steht.... Und das einzige Druckmittel, was ihnen nach monatelangem Pochen auf ihre Gelder noch einfällt, ist eben: die Schoten dicht zu machen.
Der Tropfen, der das Fass jetzt wohl auch zum Überlaufen bringt, ist ein zusätzlicher Posten von 180€ monatlich, die jede Apotheke an die Telefonica zahlen muss für die "receta electrónica", die elektronische Vermittlung der Rezepte von den Gesundheitszentren direkt zur entsprechenden Apotheke. Das mögen manche angesichts der Summen, die eine Apotheke normalerweise umsetzt, eher als "peanuts" bezeichnen. Sind es aber doch nicht mehr angesichts der gespannten Lage. Und eben diese Telefonica-Rechnung wird jetzt als weiteres eventuelles Druckmittel erwogen.
Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass per Gesetz !!! den politischen Gemeinden z. Bsp. die Begleichung ihrer Stromrechnung freigestellt wird, wenn die Kassenlage selbiges nicht mehr zulässt. Können Sie sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn Sie die Gesa-Rechnung nicht bezahlen? Können Sie sich dann vielleicht auch vorstellen, was passiert, wenn die Telefonica ihr Geld nicht mehr bekommt. Und eine Apotheke ohne Telefon und Internet-Anschluss bietet dann ungefähr den Service wie die oben auf dem Foto.
Tja, so sieht's aus im Staate Spanien...
Quelle: elmundo.es

Arbeiten wie am Mittelmeer: Siesta jetzt auch in Deutschland?

Weltweit steht Spanien ja nicht unbedingt an der Spitze der Länder, die sich durch eine lange Liste bedeutender Erfindungen von anderen abheben. Aber zwei „typisch spanische“ Erfindungen sind in meinem Leben unerlässlich: das erste ist die „fregona“ – der Schreck jeder deutschen Hausfrau, die was auf sich hält. Bei uns zu Hause läuft dieser Wischmob, wie er glaub ich in Deutschland heisst, als Feudel. Ich steh auf fregonas, spätestens seit meiner ersten Schwangerschaft.
Aber hier geht es noch um etwas viel Praktischeres. Die SIESTA. Ich bin ja absoluter Fan der spanischen Mittagspause. Gar nicht mal lange, nur einfach mal eben etwas abhängen können, einfach wunderbar. Ein Vergnügen.
Nun ist es auch in Deutschland soweit. Das Thema wird offiziellst diskutiert. Hallo, sind die Deutschen plötzlich faul geworden? Nein, im Gegenteil: "Kluge Unternehmer wissen, wie wichtig schöpferische Pausen für den Erhalt der Leistungsfähigkeit, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter sind", sagt der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven.

Längst gibt es wohl in den USA und Japan, sogar in Österreich die "Siesta am Arbeitsplatz", mit guten Erfahrungen: dass Unternehmer nicht unbedingt nur Menschenfreunde sind wird allgemein vermutet. So ist auch die siesta eher als Resultat obiger Argumente zu betrachten und hat noch eine zweite wünschenswerte Konsequenz. Die Firmen steigern ihre Attraktivität für begehrte Fachkräfte.

Die Krankenkassen sind begeistert
Ursula Marschall, Leiterin des medizinischen Kompetenzzentrums der Krankenkasse, sagte: "Gegen das sogenannte Suppenkoma, also die Müdigkeit nach dem Mittagessen, kann der kurze Spaziergang an der frischen Luft genauso gut helfen wie die Viertelstunde Mittagsschlaf."
Wichtig ist ihrer Meinung nach vor allem, dass der Arbeitgeber überhaupt angemessene Zeiträume für Erholungsphasen schaffe. In der "taz" sagte sie: "Auch wenn die Siesta in vielen südeuropäischen Staaten nicht mehr selbstverständlich ist, weil auch dort in klimatisierten Räumen gearbeitet wird, ist sie auf jeden Fall gesund." - und sorgt für neue Energie.

Jürgen Zulley, Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, wird mit den Worten zitiert: "Eine Mittagsruhe überbrückt eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler und wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune." Die Siesta sei auch in Deutschland noch bis zur Industrialisierung die geeignete Gegenmaßnahme gewesen, um das biologische Mittagstief zu überwinden, sagte Zulley der "taz".

Laut dem Schlafforscher sollte die Mittagsruhe allerdings nicht länger als 30 Minuten dauern: "Schläft man länger, kehrt sich alles ins Gegenteil um, und den Rest des Tages kann man so ziemlich vergessen."

Gut, nun frag ich mich doch: wenn das alles erwiesenermassen so gesund und der Wirtschaft förderlich ist... Warum wollen die spanischen Politiker die eigenen Bürger denn nun unbedingt in Zukunft an ihrer traditionellen siesta zu hindern und diese nette und letztlich effiziente Einrichtung abschaffen und wie in Nordeuropa, durchgehende Arbeitszeiten einführen. Wo informieren die sich denn über Nutzen und Unsinn neuer/ alter Massnahmen? Und dann reden die immer von mangelnder Produktivität in den Mittelmeerländern. Irgendwas passt da doch nicht zusammen.
Quelle: aerztezeitung

Mit Rasierschaum gegen Quallen

Als alternativen Tipp des Tages für alle Mallorcaresidenten und Urlauber mit Auto: statt Sa Calobra, der wunderschönen, aber immer überfüllten Badebucht biegen Sie auf der unmöglichsten und unglaublichsten aller Landstrassen Mallorcas doch mal kurz vorm Ziel nach links ab und machen einen Abstecher zur Cala Tuent. Da ist es viel ruhiger, ein herrlicher Olivenhain reicht bis an den Strand, das Wasser ist meistens ruhig und klar und es gibt etwas oberhalb der Bucht noch ein Restaurant mit herrlichem Blick von einer schattigen Terrasse über die Bucht.
Ein einziger Wehmutstropfen. Cala Tuent ist auch sehr beliebt bei Quallen. Doch auf diese wunderschönen Lebewesen zu stossen, löst bei uns Menschen nicht unbedingt Freudensprünge aust. Nicht alle Quallen sind giftig und lösen bei uns Menschen schmerzhafte Reaktionen auf der Haut aus. Aber Vorsicht ist ja die Mutter der Porzellankiste.
Kommen Sie also mal im Meer mit giftigen Quallen in Kontakt, sollten sie das Wasser am besten erstmal verlassen und mit SALZ-wasser, nicht Süsswasser die befallenen Stellen abspülen. Falls Sie eine Pinzette im Strandkorb finden (woran man alles denken soll!) und gute Augen haben, versuchen Sie, die Nesselkapseln vorsichtig rauszuziehen. Keinesfalls mit der Hand an den verletzten Hautstellen reiben. Meistens sitzen nämlich noch Nesselkapseln auf der Haut.
Sehr wirkungsvoll sind auch Essig oder Rasierschaum. Die verhindern ein Aufplatzen der Kapseln. Nach dem Auftragen und Antrocknen können sie mit einem stumpfen Gegenstand abgeschabt werden.

Steht beides nicht zur Verfügung (was im Fall Cala Tuent wohl vorkommen kann), sollten Sie die Haut an der Luft trocknen und danach mit trockenem Sand abreiben. Aber auch dies bitte nicht mit bloßen Händen, denn die Nesseln können auch die Handflächen verbrennen. Eine Antihistamin-Salbe kühlt.
Dasselbe kann Ihnen natürlich auch an Nord- und Ostsee passieren und v.a. Kindern einen schönen Urlaubstag etwas verleiden. Aber, das offene Meer ist nun mal kein pool, und es gibt ja reichlich Entschädigung für solche kleinen Unglücke.
PS. noch ein Tipp: vermeiden Sie diese Strasse zur Mittagszeit (13'00h bis 16'00h), wo Unmengen von Bussen das Befahren aufs Schwerste verleiden. Zu allen anderen Zeiten: Immer schön vorsichtig - Genuss pur. Garantiert!

Rezepte für einen heissen Mallorca-Sommer: Kokos-Curry-Suppe

Nun ist es doch schon recht warm auf der Insel geworden. So richtig zulangen, um bei Kräften zu bleiben, mag man kaum, aber der Hunger plagt einen trotzdem. Da bietet sich hier in diesen Breitengraden immer eine klassische Gazpacho an, aber ein bisschen Abwechslung von der mediterranen Küche ist auch nicht schlecht.
Von einer - deutschen - Patientin bekam ich mal diesen Vorschlag für eine kalte
Kokos-Curry- Suppe:

Zutaten (für 4 Pers.):
2 gewürfelte Zwiebeln
1 Knoblauchzehe (gehackt)
1 EL reines Olivenöl
1 EL Currypulver
2 EL Mehl
1 l Hühnerbrühe (wenn's eilt: Glas oder Tetrapack)
200 g gewürfelte Tomaten
2 gewürfelte Äpfel
1 Scheibe Limette
3 EL Kokosraspel
200 ml Sahne
1 Prise Salz

Zubereitung:
1. Zwiebeln und Knoblauch in heißem Öl glasig dünsten, Curry und Mehl zugeben und anrösten. Brühe angießen, danach Tomaten- und Apfelwürfel, Limette und Kokosraspel dazugeben. Alles 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

2. Suppe pürieren, oder - besser noch - durch ein Sieb passieren, salzen und abkühlen lassen. Sahne einrühren. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchkühlen lassen.

Damit's ein ganzes Essen wird: Dazu Kokos-Garnelen-Spieße:
12 Garnelen (küchenfertig) mit Olivenöl einpinseln, in Kokosraspeln wälzen und 5 bis 6 Minuten auf kleiner Flamme braten.
Ich brauch dazu natürlich noch schönes frisches Baguette, damit ich richtig satt werde.
Mehr Info über Curry & co. finden Sie hier: http://www.currywelten.com/curry_und_gesundheit.html

Stadtleben macht ängstlich

Mein Traum seit längerem ist es ja immer noch, wieder – nach inzwischen 23 Jahren - in die Grossstadt zu ziehen. Am liebsten ja New York für mindestens 6 Monate bis 2 Jahre. Wenn nicht das, dann Berlin oder Hamburg. Vielleicht sollte ich mir das nochmal überlegen. Denn nun stellt sich raus, dass das Stadtleben nicht unbedingt günstig auf das Gehirn wirkt.

Früher hiess es ja: Stadtluft macht frei. Ich nehme an, im Sinne von alten Mief hinter sich lassen. Sich Neues einverleiben, weit weg von den Zwängen, die einem die Altvorderen (wie mein Vater noch immer zu sagen pflegt) auferlegen.

Mit frei ist es aber wohl gar nicht so weit her, wie jetzt eine Studie aus Deutschland darstellt. Da hat sich ergeben, dass Stadtbewohner Stress anders verarbeiten als Menschen, die auf dem Land geboren sind. Städter in Bedrängnis aktivieren häufiger jene Regionen des Gehirns, die für die Verarbeitung von Ängsten zuständig sind.

Vielen Menschen bekommt das enge Zusammenleben mit anderen auf engem Raum offenbar nicht. Untersuchungen zeigen, dass die Depressionen in der Stadt um 39 Prozent höher ist als auf dem Lande. Angststörungen sind zu 21 Prozent häufiger, und Schizophrenien werden bei Menschen, die von Geburt an in der Stadt aufwachen, doppelt so häufig diagnostiziert.

Was genau das Leben in der Stadt trotz des höheren Lebensstandards ungesund macht, ist nicht bekannt. Der Leiter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, Andreas Meyer-Lindenberg, und seine Gruppe vermuten den Grund im vermehrten sozialen Stress, der sich aus den vermehrten Kontakten mit fremden Menschen in der Stadt ergibt.

Die Experimente seiner Leute zeigen, dass Städter in Stresssituationen z. Bsp. ängstlicher reagieren. In einem ersten Experiment mussten 32 Studenten Rechenaufgaben lösen, während die Forscher ihre Hirnaktivität mittels der funktionellen Kernspintomografie registrierten. Um den Stress zu vermehren, wurde den Teilnehmern über Kopfhörer ständig signalisiert, dass sie zu langsam seien und den Test vermutlich nicht bestehen würden. Dies führte bei den Städtern zu einer Aktivierung der Amygdala, dem Furchtzentrum des Gehirns. Die Aktivierung war umso stärker je urbaner die aktuelle Lebensumwelt der Studenten war.

Bei jenen Probanden, die in der Großstadt aufgewachsen waren (und nicht vom Land in die Stadt gezogen waren), wurde außerdem der anteriore cinguläre Cortex (ACC) aktiviert. Er steht in enger Verbindung mit den Amygdalae und ist nach Ansicht einiger Hirnforscher eine Art Frühwarnsystem, das bei drohender Gefahr einer Fehlentscheidung aktiv wird.

Das Experiment wurde abgeändert an einer zweiten Gruppe von Probanden wiederholt. Dieses Mal wurden die Studenten durch eine ablehnende Mimik des Untersuchers, die sie per Video beobachten konnten, verunsichert. Wieder kam es zu einer vermehrten Aktivierung von Amydalae und ACC.

Demnächst sollen die Experimente bei Nicht-Studenten wiederholt werden. Meyer-Lindenberg rechnet damit, dass dann die Stadt-Landunterschiede in der Stressreaktion bei der Allgemeinbevölkerung eher noch größer ausfallen als unter den prüfungsgewohnten Studenten werden.

Die Ergebnisse sollten angesichts der zunehmenden Urbanisierung nicht unterschätzt werden. Bereits heute leben schon mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, und Mannheim/Ludwigshafen ist sicherlich nicht zu vergleichen Orten wie Mumbai, Delhi oder São Paulo, wo jeweils 20 Mio. Menschen leben. Dementsprechend ist auch der soziale Stress eher beträchtlich höher. Und - die Demografen gehen davon aus, dass die Urbanität in den nächsten Jahrzehnten noch weiter zunehmen wird.

Angesichts dieser Aussichten sollte ich mir wirklich nochmal überlegen mit dem Umzug in die Grossstadt. Ich bilde mir auch schon ein, dass das saisonale Güllearoma um und im Dorf in den letzten Jahren weniger geworden ist.
Quelle: aerzteblatt.de

England oder Spanien: Parkgebühren auf Krankenhausparkplätzen

So ist das eben, wenn jahrelang aus dem Vollen geschöpft wird, damit Politiker hübsch wohltätig anmuten oder wenn Krankenkassen mit attraktiven Angeboten um Kunden werben. (Schliesslich sieht es in Deutschland ja nicht viel anders aus: Krankenversicherungsbeiträge in Deutschland sind ja keine “peanuts”.) Irgendwann ist das Geld dann doch mal alle. Und wenn man Glück hat, wird eine öffentliche politische Diskussion angeregt, wo alle oder viele Seiten der betroffenen Parteien auch zu Wort kommen, um ihre Interessen vertreten können, um das System zu retten, wenn schon nicht gesundzumachen.
Die fällige Strukturreform wurde in Grossbritannien schon vor Jahren mit durchschnittlichem Erfolg durchgezogen und per gesellschaftlichenm Konsens wurden gewisse Leistungen des NHS (des nationalen Gesundheitssystem) gestrichen.

Das hat wohl nicht gereicht und deshalb werden britische Kliniken angesichts knapper Etats immer spitzfindiger, wenn es darum geht, Geld in die leeren Haushaltskassen zu bekommen. Betroffen sind in folgendem konkreten Fall autofahrende Patienten. Denn die Kliniken des NHS haben ihnen im vergangenen Jahr umgerechnet knapp 40 Millionen Euro an Parkgebühren abgenommen. Immerhin 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Und es gibt sogar immer öfter Strafmandate für falschparkende Patienten: 109 000 mal im vergangenen Jahr.

Nun protestieren die Patientenorganisationen und verlangen vom Gesundheitsminister die "sofortige Abschaffung" aller Parkgebühren für Patienten. Die absolut undiplomatische politisch völlig unkorrekte Antwort des Gesundheitsministeriums lautet: "Fahren sie Rad oder nehmen sie den Bus!"

Stellen Sie sich das einmal auf Mallorca vor. Sie müssen zum “eines der besten Krankenhäuser Europas” (laut institutionellem Werbeslogan). Kommen aus Artà oder aus Andratx, nehmen Ihr Auto und stellen es auf den (dort allerdings) grosszügigen Parkflächen ab und werden hinterher abkassiert… Das ist auch geschehen: nur der Protest war ja so gross, dass die Zahlungspflicht bis zu den Kommunal/-und Autonomiewahlen (muss nach dem PP-Sieg jetzt eigentlich gezahlt werden?) eingestellt wurde.
Nicht dass damit aber “Son Espases” nicht nur auf Einnahmen verzichtet hätte. Die sie ja bei diesen Megakosten gut gebrauchen könnten. Nein, die Firma, die über den Parkplatz die Konzession hat, hat ja einen 20-Jahre –Vertrag und deshalb weiterhin ihr Geld abkassiert.
Geniale Lösung! Patienten zahlen nichts, Besucher zahlen nichts. Solche Gebühren sind natürlich auch fragwürdig und undankbar. Schiesslich ist ein Besuch in Son Espases nicht dasselbe wie ein Nachmittag im Acualand. Firma kriegt ihr Geld ohne Gegenleistung. Steuerzahler zahlt das entstehende Loch. Genial eben.

Die Alternative: wir nehmen den Bus von Artà nach Manacor, steigen dann um in den Zug nach Palma. An der Plaça Espanya gibt’s dann für uns wieder einen Bus nach Son Espases oder sogar die U-Bahn… und erreichen das Krankenhaus nach (geschätzten) ca. 5 Stunden! Genial!
Quelle: aerztezeitung.de

Das marode System der Seguridad Social lässt Apotheken hängen

Sie haben bestimmt öfter mal gedacht, Apotheken sind regelrechte Gelddruckinstitute, Apotheker selber sind wohlbetuchte Unternehmer, die sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen müssen. Vielleicht haben Sie auch mal gedacht, falls Sie hier in Spanien leben, das grösste Los was Ihnen als kleiner Unternehmer zufallen könnte, wäre ein Zulieferer-Vertrag mit der Seguridad Social (dem staatlichen Gesundheitssystem) so z. Bsp. als Reinigungsfirma, oder für Büromaterial oder sogar für Bettwäsche. Falls Sie solch einen Vertrag nicht haben, freuen Sie sich! Denn das ist das wahre Glückslos. Sonst wäre Ihre Firma nämlich wahrscheinlich schon insolvent.

Denn: die Krankenhäuser der Balearen schulden (Stand: 31. März 2011)Ihren Zulieferfirmen inzwischen die stolze Summe von 146,3 millones € - und das nur für Medikamente. Das wird jetzt stolz als Erfolg dargestellt, denn es bedeutet eine Verminderung von 7,9 Prozent im Vergleich zum Ende 2010. Kein echter Erfolg, denn das Geld haben die Banken geliehen…

In den anderen autonomischen Gemeinschaften sieht das natürlich (?) nicht rosiger aus.
Was die Zulieferfirmen an den Rand des Abgrunds bringen kann, ist die Frechheit (so muss man es sagen) der öffentlichen Institutionen, ihre Rechnungen im Schnitt erst nach 410 !!!!!!! Tagen zu bezahlen, 20 Tage mehr als noch Ende 2010. Ein Durchschnittswert ist immer trügerisch: in Navarra dauert das nur 42 Tage, auch im Baskenland läuft alles noch ganz zivil. Den Vogel an Säumnis schiessen (natürlich?? wieder mal) Andalusien (659 Tage) und Castilla y León (725 Tage) ab.
Bei schlappen 146 Millionen kann man sich ungefähr vorstellen, wie sehr das auch ein Apotheken-Budget belasten kann.
Nur zur Klärung: das gesamte spanische Gesundheitssystem steht kurz vor der Pleite. Nur wurde bisher über diese heilige aber scherstkranke Kuh kaum öffentlich diskutiert, geschweige dass sich einer um echte Reformvorschläge bemüht hätte.
Quelle: elmundo.es

Nord-Korea: ein Land hungert

Mal wieder auf der Suche nach einem Thema zu "Gesundheit" stösst man ja notgedrungen in diesen Tagen in allen Medien sowohl in Deutschland wie in Spanien auf EHEC. Solange da keine Klarheit reinkommt, wollen wir hier an dieser Stelle lieber gar keinen Kommentar machen. Die Deutschen sind in Panik. Die Spanier sind stinksauer.
Um das Thema Ernährung und Gesundheit, Rohkost oder Würstchen, Überfluss und Missernten, mangelnde Koordination oder Politikerborniertheit etwas zu relativieren biete ich heute deshalb nur einen link zu einer äusserst interessanten Fotoserie im "Stern".

Auf der Alm da gibt's koa Stress

Der moderne Mensch lebt alles andere als ein ursprüngliches, einfaches und an den Grundwerten des ausgerichtetes Leben. Und - der moderne Mensch ist gestresst. Deshalb brauchen wir immer mehr und immer öfter, so scheints, Auszeiten, um uns und eben diese Grundwerte in uns wieder zu regenerieren. Vor ein paar Jahren zogen Scharen von Leuten ins Kloster, angesagt sind auch immer noch Spa-Hotels oder “finde- dich- selbst- workshops”. Aber andere stossen auf die absolute Alternative: Sie gehen arbeiten, richtig hart arbeiten – und erfüllen sich einen ALB-traum. Inzwischen werden es immer mehr Menschen, die sich z. Bsp. bei dem Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern in Miesbach als Senner auf Zeit bewerben.

Die Interessenten kommen aus allen Altersschichten zwischen 17 und über 70, zumeist aus Deutschland (warum sind wir Deutschen eigentlich immer so extreme in unserem Geschmack?), auch aus Hamburg, Rügen, Berlin. Aus den Bewerbern wurden bisher etwa 40 von ihnen erfolgreich an Bauern vermittelt. In diesem Jahr sind angeblich besonders viele Abiturienten dabei.
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) erklärt den Run auf die Hütten seiner Albbauern so: "Den Tag nach ganz anderen Regeln gestalten, Verantwortung für die Tiere übernehmen und Einblicke in die harte Arbeit des Almbauern gewinnen - das ist sicher eine wertvolle Erfahrung".
Doreen Bachmann ist eine von denen, die 1996 zum ersten Male auf die Alm stieg - aus Dresden nach Bayern. Erst Restaurantfachfrau, Stewardess auf hoher See, Bürokauffrau, dann 2010 Sennerin , und ihre siebenjährige Tochter Elina brachte sie gleich mit, um sich um 27 Kälber, 5 Milchkühe, ein Schwein und einige Hühner zu kümmern. Ihre Bilanz: 200 Kilo Butter, 45 Laib Käse und jeden Tag 100 Liter Milch. Im nächsten Jahr will sie wieder los, mit Tochter und einem Baby, “ da findet man zurück zu den Grundwerten des Lebens".

Kein Konsum, keine Hektik und Natur pur und ein einfaches Leben –das ist es, was die Saisonsenner/-innen (etwas mehr Frauen als Männer) in das Abenteuer starten lässt und sie fasziniert. Und es gab noch keinen Fall von “nie wieder!!”.
Sennen und anschliessend Kulturschock erlebt der Hausarzt und Hobby-senner Uwe Hausmann (73) aus Seeshaupt am Starnberger See (auch nicht unbedingt eine Metropole) dies Jahr nun schon zum neunten Male. Er zieht auf die Bernauer Alm unterhalb des Risserkogels und betreut dann 40 Rinder, vielleicht auch Schafe. "Es läuft prima, ich fühle mich da oben pudelwohl. Zurück in der Zivilisation wundert er sich dann über allmorgendliches Autofahren.

Kein Fernsehen, kein Strom, nur etwas Solarenergie, das Wasser kommt aus dem Brunnen, Internet gibt es nicht und dann noch ein schlechter oder gar kein Handy-Empfang. "Macht gar nix", ist die allgemeine Meinung. Doch Sturm und Blitze fast in Körpernähe, eine abgestürzte Kuh bergen, das ist nicht unbedingt die Heidi-Idylle aus dem Fernsehen, sondern eher ein knallharter Knochenjob.
Bei Sonnenaufgang steht man auf, Sonnenuntergang ist Schlafenszeit. Zur Vorbereitung gibt es Fachkurse, die harte Arbeit wird mit 300 bis 1200 Euro netto im Monat vergütet. Was die Leute dahin treibt sind Erfahrungen. Sehen, wie weit man gehen kann. Klingt so etwa wie andere bei “Paris-Dakar”, so eben mal zum Stressabbau.
Falls Sie auch Lust bekommen: Insgesamt sind es 710 Almen und 20.000 Stück Vieh in Oberbayern, 685 Alpen und 30.000 Rinder im Allgäu, wo sich die Berg- und Almbauern wahrscheinlich über etwas Hilfe freuen würden.
Quelle: aerztezeitung.de

Rauchstopp: nach 24 Stunden gibt's schon die Belohnung

Der erfolgreiche Abschluss unseres Lebens ist ja bekanntlich der Tod. Da die meisten von uns davon aber weiterhin nicht zu überzeugen sind, versuchen sie ihn unter anderem mit einer gesunden Lebensweise hinauszuziehen. Dazu gehört für diese Menschen dann, z. Bsp., nicht zu rauchen. Für viele andere ist das einfacher gesagt als getan, obwohl auch sie sich inzwischen wie jeder andere über die Risiken des Rauchens bewusst sind und ja auch kaum jemand so richtig gern frühzeitig gehen will.

Demjenigen von uns, der vielleicht was für ein längeres gesundes Leben tun würde, aber dazu sofortige, messbare Ergebnisse braucht und nicht mit vagen Aussichten für eine ferne Zukunft zu überzeugen ist, dem ist vielleicht mit der folgenden Nachricht geholfen:

Einen Tag nach der letzten Zigarette sind Sie schon (messbar) gesünder als vorher; 24 Stunden nach der letzten Zigarette beginnt sich das Herzinfarktrisiko zu verringern. Nach zwei Wochen bis drei Monaten hat sich die Kreislaufsituation und Lungenfunktion schon merklich verbessert und nach nur einem ( bis neun) Monaten führen die Flimmerhärchen der Atemwege wieder ihre normale Reinigungsfunktion aus.

Leider ist es auch oft so, dass Rauchen nicht die einzige Methode ist, mit der ein Betroffener sein Leben verkürzt. Bluthochdruck, falsche Ernährung, eventuell daraus resultierendes Übergewicht, Bewegungsmangel, oder auch Diabetes-Typ 2 kommen häufig bei Rauchern hinzu (Was natürlich nicht heissen soll, das alle Nichtraucher in Sachen Gesundheit brave Schäfchen sind). Das bedeutet, dass in Deutschland pro Jahr cas 110.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakrauchs sterben, und davon gehen etwa 40 Prozent auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gerade aber mit Blick auf diese Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es also wichtig sich klar zu machen, dass man sich mit dem Rauchen wirklich Lebensqualität und Lebenszeit nimmt. (Das Argument vonwegen "ich gönn' mir ja sonst nichts", hat ausgedient)

Wer es dann ein Jahr lang rauchfrei geschafft hat, hat sein Risiko für eine koronare Herzkrankheit bereits halbiert, nach 15 Jahren entspricht es dem eines lebenslangen Nichtrauchers. Auch das Schlaganfallrisiko ist nach fünf rauchfreien Jahren nur noch halb so groß wie zuvor.

Wenn auch Sie – wie doch so viele andere - dem frühzeitigen Tod von der Schippe springen wollen, nehmen Sie sie selbst in die Hand und schaufeln den ganzen Müll aus Schachtel und Aschenbecher, Lungen und Gefässen weg. Sie bekommen fast umgehend die Belohnung.
Quelle: aerztezeitung.de

Salz oder nicht Salz - das ist die Frage



Seit Jahren werden wir nun ermahnt, uns mit dem Salzkonsum zurückzuhalten, da er den Bluthochdruck in die Höhe treibt. Das stimmt auch weiterhin, in Frage gestellt wird nun aber, wie abträglich hoher Salzkonsum auf längere Sicht der Gesundheit ist. Die Annahme, dass eine Reduktion der Salzaufnahme auf lange Sicht den Blutdruck senkt, kann nun doch gar nicht bestätigt werden.


Was das Herz betrifft, traf sogar das glatte Gegenteil zu: Die Rate der kardiovaskulären Todesfälle war nicht etwa in der Spitzengruppe der Salzverbraucher, sondern in der Gruppe mit dem niedrigsten Salzkonsum am höchsten. Starben von den Personen mit dem geringsten Salzkonsum im Studienzeitraum 4,1 Prozent, waren es in der Gruppe mit den höchsten Konsum nur 0,8 Prozent.

Angesichts dieser inversen Beziehung halten viele Mediziner nun die Strategie, uns generell und unterschiedslos zur Reduzierung des Salzkonsums als Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen ans Herz zu legen, für nicht begründet.

Nur bei etwa bei Patienten mit bereits bestehendem Bluthochdruck oder mit Herzinsuffizienz wird jetzt eine eine Natriumrestriktion als sinnvolle Maßnahme ist.


Das gibt jetzt bestimmt Diskussionen unter den Experten, wo doch viele eben seit langem gegen zu viel Salz in unserer Nahrung ankämpfen. Denn dass die Empfehlung, das Salz aus der Suppe zu lassen, womöglich zu einer Erhöhung der kardiovaskuläre Mortalität beizuträgt, würde ihr auf Gesundheitsförderung zielendes Anliegen als kompletten Irrweg erscheinen lassen.
Quelle: aerztezeitung.de

Pflege in Deutschland: Wird hier Deutsch gesprochen?



Der Pflegenotstand in Deutschland hat Konsequenzen. Eine davon ist, dass um die Pflegepatienten zu betreuen, immer mehr ausländische Kräfte ins Land geholt werden, da die Nachfrage mit deutschem oder deutschsprachigem Personal nicht zu befriedigen ist. Das kann eine tolle Perspektive sein für Ausländer, aber für die heimischen Patienten wohl nur bedingt. Denn das in der Personal- Not herangeholte Personal verfügt oft nicht über die gewünschten Sprachkenntnisse.


Deshalb hat die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospitz Stiftung ihre Forderung nach Sprachtests für ausländische Pflegekräfte bekräftigt. Das einfache Argument ist: „Sprache ist die Basis für eine gute Pflege“.


Die Hospiz-Stiftung fordert deshalb von der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verbindliche Sprachtests . Die neuen Arbeitskräfte aus Osteuropa sollen zumindest Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen können, um sich mit den Pflegebedürftigen verständigen zu können.


Der Verbandschef der Stiftung Eugen Brysch geht sogar noch einen Schritt weiter: Er befürchtet dramatische Auswirkungen durch mangelnde Deutschkenntnisse der Pfleger auch für Pflegebedürftige, die den Zweiten Weltkrieg im Osten erlebt haben und vermutet, dass alte “ Trauma der Vergangenheit von Flucht und Vertreibung beim Hören der Fremdsprachen wieder aufleben“.

Ab dem 1. Mai haben Arbeitnehmer aus acht ost- und mitteleuropäischen EU-Staaten freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Menschen aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien und der Slowakei sowie aus den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen können sich dann ohne Einschränkungen eine Arbeit in Europa suchen.

Wie wichtig es für uns ist, sich in der Muttersprache ausdrücken zu können, ist allen, die wir schon mal im Ausland waren, dessen Sprache wir nicht verstehen und sprechen, wahrscheinlich klar. Dabei ist es auch was anderes, sic h im Urlaub einen Kaffee zu bestellen oder auf im Baumarkt nach einer Kärcher (spricht sich hier ja: kártscher) für die Finca zu suchen, oder ob man eben schwer krank und pflegebedürftig im Krankenhaus liegt. Unsere Erfahrung in der Praxis geht in dieselbe Richtung: Mallorca ist schön, solange man fit und gesund ist. Wenn die Gesundheit dahinschwindet wollen viele “nach Hause”. Und ein Grund dafür ist, das geben alle die gehen an, dass man sich eben in der eigenen Sprache am besten aufgehoben fühlt – wenn es denn ernst wird. Unsere Heimat ist dort, wo eben auch Deutsch gesprochen wird. Ehrlich gesagt, wer kann sich, wenn alle Kräfte schwinden, noch in einer Fremdsprache ausdrücken. Und genauso fühlt sich wohl jeder besser und sicherer aufgehoben, wenn er in der Muttersprache behandelt und gepflegt wird.


Da kann ich nur sagen: Wie gut, dass Spanisch sozusagen meine zweite Muttersprache ist. Aber auch ich wollte vor langen Jahren, als mein erstes Kind geboren wurde, nichts als “nach Hause”.


Quelle: aerzteblatt.de

Gärtnern im Frühling

Mallorca-Wetter (seit zwei Wochen): Sonne satt und vorsommerliche Temperaturen. Ein Traum!!!! Diejenigen unter uns, die bei diesem Wetter jetzt dringend in den Garten müssen, weil sie meinen, sonst verbuscht das Grundstück oder der Nachbar keift (oder sogar das Gärtnern als Hobby haben) erhalten jetzt eine gute Nachricht: wenn Sie nämlich harken, pflanzen, jäten, etc. tun Sie Ihrem Herzen tatsächlich was Gutes.

Während anstrengendes Schneeschippen im kalten Winter Sie im schlimmsten Fall dem Tod auf die Schippe springen lässt, hat der Frühling was Besseres zu bieten: alles neu macht der Mai, sozusagen.

Fachleute eines Kardiologenteams aus Japan nennen Gartenarbeit “kardioprotektiv”, ein tolles Wort: Sie schützen Ihr Herz mit (aber bitte) regelmässiger Gartenarbeit. Um das rauszukriegen wurden die Fälle von 111 Herzpatienten studiert. 82 von ihnen gärtnerten regelmäßig, 29 taten dies nicht.
Resultat: die Chance der Gartenfreunde, die nächsten vier Jahre ohne Herzattacke oder Schlaganfall zu überleben, war signifikant größer als die der Gartenmuffel. Gartenarbeit erwies sich als der einzige Prädiktor künftiger Koronarkomplikationen.

Was macht die Gartenarbeit so gesund? Die Autoren vermuten, dass das Gärtnern das autonome Nervensystem ausbalanciert, den Stress reduziert und generell ein Ausdruck erhöhter Bereitschaft zu körperlicher Betätigung ist.

Na, hoffentlich beschränkt sich diese Erkenntnis nicht auf japanische Bonsai-Gärten, wo auf dreieinhalb Quadratmetern hübsch geharkt und zwei Steine fengshui-mässig verlegt werden und man/frau danach auch noch Zeit findet, das Ergebnis meditativ zu begutachten. Wenn ich mich so an die Jahre in Deutschland erinnere, wo freitags der grosse Run auf Rasen, Büsche und Bäume losging… Das ist doch wohl eher gesundheitsschädlich, gar nicht zu erwähnen unsere deutsche Ordnungsliebe/-Wut auf mallorquinischen fincas.

Quelle: aerztezeitung.de

Haben Männer eine Arztallergie?



Gute Frage, finde ich. Laut Statistik geht jede zweite Frau regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, lebt gesünder als ein Mann, hat weniger Stress und trinkt weniger Alkohol.

Nur jeder fünfte Mann dagegen nimmt die Angebote zur Vorsorge wahr, die in Deutschland sogar meistens von den gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden. (Auch hier in Spanien zahlen die privaten Zusatz-Krankenversicherungen einen jährlichen Check-up und sogar die staatliche Seguridad Social bietet schon ein Vorsorgeprogramm). Und das bei ungesünderer Lebensweise, mehr Stress und mehr Alkoholkonsum.

Warum hat DER Durchschnittsmann immer noch so grosse Hemmungen beim Thema „Vorsorge“? Wo doch schon ein einfacher Blut-, Urin- oder Stuhltest bereits reichlich Information auf die Funktionsfähigkeit vieler Organe geben kann. Aus diesem Grunde hat das „Infozentrum für Prävention und Früherkennung“ ein Blatt "Vorsorge nach Plan" herausgegeben.

Es ist erhältlich unter: http://www.vorsorge-online.de/

Also, ich glaub weiterhin an „klarer Fall“ von männlicher (und weiblicher) Sozialisation. Mehr (oder weniger) unbewusst wird wohl sowas ablaufen: Indianer kennen nun mal keinen Schmerz. Und Männer sind Helden - unverletzlich, unbesiegbar. Also haben sie auch keine Krankheiten. Alles Kinkerlitzchen, hart gegen sich selbst und gegen andere. An meinen Körper lass ich sowieso keinen ran - und schon gar nicht eine Frau, von denen es in dem inzwischen völlig verweiblichten Gesundheitsbereich ja auch so viele gibt.

Naja, Sie, verehrter männlicher Lerser, können es sich ja noch mal überlegen, ob Sie vielleicht doch mal dran arbeiten wollen, den statistischen Unterschied in der Lebenserwartung von Männern und Frauen etwas zu verkürzen.

Quelle: aerztezeitung.de