Mallorca-Sommer 2009: Schweinegrippe, Mietwagenknappheit und ein Terroranschlag


13'00h. Gleich beginnt unser Sommerurlaub. Den verbringen wir diesmal auf Mallorca! Auf den ersten Blick nicht sehr aufregend, aber es ist nicht das erste Mal und wir haben es noch nie bereut. Für meine Freundin Romy werde ich diesmal verschärft die Kamera einsetzen und ihr von jedem Tag ein Foto schicken. Versprochen.

Allen unseren Patienten wünschen wir ebenfalls zwei schöne Wochen, egal ob sie hier auf der Insel oder im Norden stecken.

Allen Touristen, die schon da sind oder ihren Urlaub erst noch vor sich haben, wünschen wir erholsame und glückliche Ferientage.

1. Lassen Sie sich nicht von dem Medienterror um die Schweinegrippe verrückt machen. 2. Es gibt auch noch Mietwagen auf der Insel.

Vielleicht können Sie aber im Geiste Ihr Beileid den Familien der jungen Polizisten aussprechen, die gestern bei dem Attentat in Calvià sterben mussten. Zerstörte Familien, zwei weitere ausgelöschte Leben, die üblichen verurteilenden Stellungnahmen der Politiker. Heute hat die ETA "Geburtstag": 50 Jahre Terror! Kaum zu glauben. Wir sind in Europa.

Sommerzeit - Mücken(stich)zeit


Auch hier auf der Insel können wir ja ein Liedchen davon singen, v.a. diejenigen, die im Nordosten wohnen oder urlauben, so richtig schön nah am Naturpark der Albufera. Da muss man dann abends um 8 von der Terrasse weg, weil man sich vor Angreifern aus der Luft nicht mehr retten kann.

Dass Mücken uns als “Opfer” auswählen liegt ja nun daran, dass sie Hunger haben und an unser Blut wollen. Das wissen wir. Aber wie das funktioniert? Sie können sich im “focus” schlaumachen in einem sehr interessanten Artikel zum Thema: "Warum immer ich?"

Warum ich kaum gestochen werde und mein Chef immer, das weiss ich jetzt! Und warum man das Stechen nie rechtzeitig bemerkt, und die Stichstelle aber immer gleich anschwillt, das ist mir jetzt auch klar.

Jagd auf Grippekranke an englischen Flughäfen

Der britische Ärztebund (BMA) hat davor gewarnt, auf Flughäfen "Jagd auf grippekranke Patienten" zu machen, denn inzwischen weisen Fluggesellschaften ihr Personal an, Patienten, die "Symptome von Schweinegrippe aufweisen", nicht fliegen zu lassen.

Dr. Peter Holden vom BMA hält die neuen Regeln für "völligen Unsinn". Denn woher sollen Airport-Angestellte die Qualifizierung haben, an einer H1N1/09-Infektion erkrankte Fluggäste zu erkennen. "Es ist Blödsinn, von Reisenden zu verlangen, beim Check-in ein ärztliches Attest vorzuzeigen, auf dem steht, dass der Patient infektionsfrei ist", so klar drückte sich der Sprecher aus. Große Fluggesellschaften wie "British Airways" und "Virgin Atlantic" hatten zu Wochenbeginn angekündigt, im Zweifelsfall von Passagieren ärztliche Atteste zu verlangen. So solle die weitere Ausbreitung der Schweinegrippe verhindert werden. Die BMA forderte deshalb britische Hausärzte auf, keine solchen Atteste auszustellen.
In Deutschland wurden die Regelungen zum Umgang mit an Schweinegrippe-Infizierten Personen inzwischen entschärft. Bisher wurde nach jeder Kontaktperson eines Erkrankten gesucht und diese in Quarantäne gesteckt. Nun lauten die Empfehlungen, sich darauf zu beschränken, die Ansteckung besonders gefährdeter Gruppen zu vermeiden. Immerhin darf z. B. eine Krankenschwester mit erkranktem Familienangehörigen jetzt wieder sehr wohl am Kiosk eine Zeitung kaufen, sollte aber nicht im Krankenhaus arbeiten. Das lässt sich ja auch nachvollziehen.
Hier auf Mallorca geht die “Fiesta grande” weiter. Die Panikmache, die teilweise in den Medien betrieben wird, kann den Leuten den Riesenspass am Ballermann oder die Aussicht auf Erholung pur nicht nehmen. Und wir hier, die wir alle von den Touristen direkt oder indirekt leben, können uns auch nur freuen, denn sonst würden wir jetzt auch nur noch Tomaten essen.
Hierzulande gibt's jetzt allerdings doch die Empfehlung an die Touris, sich die Sangría im eigenen Eimer servieren zu lassen. Auch das ist nachzuvollziehen.
Quelle: aerztezeitung.de

Kampagne für familienfreundliche Kliniken

Ach ne, kann ich da nur sagen. Jetzt wo auch in den ehemals typisch männlichen Arztberuf immer mehr Frauen eingestiegen sind ; wo allgemein aber eine Zeit des Ärztemangel in Deutschland angebrochen ist, und dadurch die Konkurrenz der Krankenhäuser im Kampf ums Personal immer grösser wird, da wird vom Marburger Bund (in dem sich die angestellten Ärzte in Deutschland gewerkschaftlich organisieren) eine Kampagne „für ein familienfreundliches Krankenhaus“ geschaffen, an der plötzlich ganz viele von den rund 1.000 Krankenhäusern, die mit einer Postkarte zum Mitmachen an der Aktion aufgefordert wurden, teilnehmen wollen. Was immer das auch inhaltlich heissen mag.

Es heisst, „die Reaktionen lassen erkennen, dass immer mehr Krankenhäuser die Bedeutung des Themas erkennen und die Herstellung einer größeren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für ihre Mitarbeiter als wesentliche Unternehmensaufgabe wahrnehmen möchten“. So hätten 40 Krankenhäuser ihre sofortige Bereitschaft erklärt, an der Kampagne teilzunehmen. Die Übrigen 140 bekundeten laut MB zunächst Interesse und haben weiterführende Informationen erhalten. Und nun entdecken die Klinikleitungen den Stellenwert “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” in der Unternehmungsstrategie.

Für mich heisst das erstmal nicht viel mehr als ein Werbegag. Sobald sich das Blatt wieder ändert, wird die Schraube bestimmt wieder angezogen und ob sich bis dahin grundlegend was geändert hat, sei dahingestellt. Jedenfalls erinnere ich mich noch recht gut an die 10 Jahre Tätigkeit in verschiedenen deutschen Krankenhäusern meines Chefs und Vater meiner Kinder: Urlaub wurde 2 Tage vorher mal abgelehnt vonwegen Personalmangel, endlose Wochenenddienste, die sich bis Montagabend um 19 Uhr hinzogen. Dienstzeiten, die jeden Single verhungern liessen in Zeiten, wo in Deutschland um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und Ladentüren verrammelt wurden. Das beste aber waren die 4 Stunden frei für die Geburt seines ersten Kindes.

Naja, vielleicht bewirkt diese “Verweiblichung” ja doch langfristig was. Männer scheinen ja irgendwie Probleme damit zu haben um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu kämpfen.
Quelle: aerzteblatt.de

Kurzes Mutterglück - älteste Erstgebärende der Welt ist tot

Als sie schwanger wurde, wurde sie immer wieder gefragt: Musste das denn sein? Heute kann man eigentlich nur fragen: Und jetzt?

Denn María del Carmen Bousada, die im Dezember 2006 mit 67 Jahren als älteste Frau der Welt erstmals Mutter geworden war, ist tot und hinterlässt zwei Waisen im Kleinkinderalter. Sie ist an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Der Tumor wurde bereits kurz nach der Geburt ihrer Söhne festgestellt. Möglicherweise als eine Folge der starken Hormonbehandlung, der sich die Frau seinerzeit unterzog.

Alle nannten sie selbstsüchtig und verantwortungslos, sie aber ließ alle Kritik an sich abprallen. Denn:"Jeder sollte dann Kinder bekommen, wenn es passt. Und für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen". María Bousada hatte immer vom eigenen Nachwuchs geträumt. Einen Mann in ihrem Leben gab es nicht, und sie pflegte jahrelang ihre Mutter - die wurde 101 Jahre alt. So alt zu werden, hat sie wohl auch gehofft und damit gerechnet, ihre heute zweieinhalb Jahre alten Söhne noch als Erwachsene erleben zu können.

Als Bousadas eigene Mutter 2005 starb, sah sie ihre große Chance gekommen. Sie verkaufte das geerbte Haus und reiste mit 45 000 Euro in der Tasche in die USA, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. Sie fand eine Klinik in Los Angeles, die bereit war, sie künstlich zu befruchten. Um dies zu erreichen, musste die Frau aber lügen und gab vor, erst 55 Jahre alt zu sein. Denn darüber ist eine solche Behandlung in den USA verboten, weil das Risiko für die Mutter viel zu groß ist. "Ich sah immer jünger aus als ich bin, und nach meinem Pass hat niemand gefragt", versicherte sie.

Nach einer Hormonbehandlung wurde ihr schließlich die befruchtete Eizelle eingesetzt. Die Spender der Eizelle und des Spermas suchte sie per Katalog aus - "wie beim Kauf eines Hauses", meinte sie. "Ich wählte eine hübsche Schwarzhaarige und einen Blonden mit blauen Augen", erzählte Bousada seinerzeit dem britischen Blatt "News of the World". Die Babys kamen schließlich per Kaiserschnitt am 29. Dezember 2006 in einem auf Risikogeburten spezialisierten Krankenhaus in Barcelona zur Welt. Bousada war damals die älteste Erstgebärende der Welt.
Keiner weiss bisher, wer sich nun um ihre Zwillinge kümmern wird.

Kinderwunsch oder besser unerfüllter Kinderwunsch ist ein heikles Thema.
No comment- von meiner Seite aus.

Fluchen lindert den Schmerz

Erinnern Sie sich noch? Wenn Sie sich als kleines Kind wehtaten, dass ein Erwachsener kam und pustete! Irgendwann gehen die meisten von uns dann dazu über, die Luft in unfeine Worte gepresst rauszuschreien. Nun ist es bewiesen: das ist hocheffektiv. Wer flucht, wenn er sich verletzt, lindert damit offenbar den Schmerz. Das ergab jedenfalls aus einer Studie mit 65 Probanden an der britischen Universität Keele in Großbritannien.

In dem Test mussten die Teilnehmer so lange wie möglich ihre Hand in eiskaltes Wasser tauchen. Dabei durften sie entweder einen vorher festgelegten Fluch ausstoßen oder sie sagten ein neutrales Wort.

Das Ergebnis: Das Fluchen erhöhte die Schmerztoleranz und reduzierte das Schmerzempfinden im Vergleich zur Kontrollgruppe. In der fluchenden Gruppe hielten die Probanden ihre Hände auch länger im Eiswasser.

Eine Erklärung für den schmerzlindernden Effekt des Fluchens könnte sein, dass das Fluchen die Verbindung zwischen der Angst vor dem Schmerz und dem Schmerzgefühl unterbricht.Wie genau Fluchen Schmerzlinderung erzeugt, ist noch unklar.

Also, fluchen Sie ruhig – in den passenden Situationen. Vielleicht könnte man dazu einen bestimmten festgelegten Wortschatz einüben, damit sich andere Personen nicht verletzt (und dann auch noch zu fluchen anfangen) oder peinlich berührt fühlen. Oder Sie fluchen einfach darüber, dass die Tür, die seit 20 Jahren an derselben Stelle eingebaut ist, Ihnen plötzlich im Wege stehen muss. Sowas tut immer gut.
Quelle: aerztezeitung.de

"San Fermines 2009" in Pamplona: Klappe/ die 2.

Wer wissen will, wie es seit Dienstag weitergegangen ist in Pamplona, der schaue hier: Stern.

Für den besonderen Genuss könnte ich heute empfhehlen:
  • Foto Nr. 10 für Reinlichkeitsfanatiker,
  • 12 für Leute mit Claustrophobie,
  • 17 für Komasaufen-Anhänger,
  • 18 für Altfeministinnen,
  • 23 für die richtigen Machos unter Ihnen.

Also, die ganze Palette aller menschlichen kulturellen Finessen.

  • Vielleicht kann Nr. 5 aber als Beispiel für absolute Puristen oder Ästheten gelten.

Tut mir leid, mehr war nicht.

"San Fermines 2009" in Pamplona


Der Startschuss ist grade wieder losgegangen und schon gleich wieder die alten Bilder. Bei der ersten Stierhatz des Sommers in Pamplona (sozusagen eine Art Massenhysterie baskischer Art) sind am Dienstag mehrere Menschen - zumeist leicht - verletzt worden. Vier Teilnehmer mussten mit Platzwunden und Gehirnerschütterungen in Krankenhäuser gebracht werden, wie die Rettungskräfte der nordspanischen Stadt in ihrer ersten Bilanz mitteilten.

Die Hatz dauerte nur zweieinhalb Minuten. In den mit Menschen überfüllten Straßen stolperten aber mehrere Teilnehmer und stürzten. Andere wurden von den bis zu 600 Kilogramm schweren Stieren überrannt. Verletzte durch Hornstöße gab es nach ersten Angaben (glücklicherweise noch) nicht.

Bei dem gefährlichen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte Männer, die "mozos", rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her. Einzige "Waffe", um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung. Die Hatz ("encierro") war durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt geworden. Auch in diesem Jahr erwartet die Stadt Pamplona (ca. 280000 Einwohner) zumindest am Wochenende bis zu 1 000 000 Besuchter!!!!

Seit 1924 kamen 14 Läufer ums Leben, zuletzt 2003 ein 62-jähriger Spanier. (Die Zahl der Stiere, die ums Leben kamen dürfte ungefähr bei 100% liegen.)Tierschützer kritisieren die Hatz schon seit Jahren als Tortur für die Stiere. Woher diese Leute allerdings noch immer die Energie dazu aufbringen, weiss ich nicht. Den Touristen scheint's alles nicht zu stören. Sie kommen wegen der Stiere oder des Alkohols, der in Strömen fliesst. Einmal in meinem Leben in den frühen 80-ern, gestehe ich, war ich auch dort zur Zeit des San Fermin. Auf der Durchreise nach Andalusien, mit meinen Eltern im Wohnmobil. So etwas Dreckiges, wie diese Stadt an diesen Tagen, haben wir nie wieder gesehen und uns damals geschworen, sie auch nie wieder in dieser Zeit zu betreten. Und das war noch zu Zeiten meiner bedingungslosen Spanienbegeisterung.
Quelle: aerztezeitung.de

Zwei Drittel aller US-Bürger sind zu dick


Wir “schlanke” Deutsche/ Europäer haben bei “dick” und “Amerika” ja diese Rentner in Florida im Kopf, die in Hawaihemden ihre überflüssigen Pfunde stolz dahertragen, oder sie damit kaschieren wollen (weiss nicht, was zutrifft). Dieses Bild im Kopf vom “dicken Amerikaner” brauchen wir auch leider noch nicht zu ersetzen, so scheint’s. Denn der Kampf gegen die Volksseuche Übergewicht macht in den USA in letzter Zeit keinerlei Fortschritte. Zwei Drittel aller Erwachsenen und fast ein Drittel der Kinder in den USA sind übergewichtig In der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten sei der Anteil der Übergewichtigen im vergangenen Jahr gestiegen, in keinem einzigen sei er gefallen.

Besonders alarmierend ist aber nicht das allgemeine Übergewicht, sondern vor allem der starke Anstieg krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas). In 31 der 50 Bundesstaaten liege der Anteil der Fettleibigen an der Gesamtbevölkerung bei mehr als 25 Prozent, in vier Staaten – vor allem im armen Süden – übersteigt er inzwischen sogar 30 Prozent. Nur ein einziger Staat, Colorado, habe weniger als 20 Prozent fettleibige Bewohner. Im Vergleich dazu: im Jahr 1980 lag die Fettleibigkeitsrate USA-weit noch bei 15 Prozent.

Zur Erklärung: Adispositas ist definiert durch einen Body-Mass-Index von mehr als 30.

Besondere Sorge bereitet den Experten, dass - logischerweise – auch Kinder und Jugendliche in den USA immer dicker werden. In den meisten Bundesstaaten seien mehr als ein Drittel aller Kinder übergewichtig, an der Spitze liege der Staat Mississippi, wo mehr als 44(!!) Prozent der Kinder zu viel wögen. Schlechte Ernährung, zu wenige Spielmöglichkeiten im Freien und zu viel Freizeit vor dem Fernseher oder mit Computerspielen sind die Hauptgründe.

Wovor die Mediziner warnen, sind jetzt auch verstärkt die volkswirtschaftlichen Kosten der Fettepidemie. Sollte der Trend anhalten, würden die Folgekosten von übergewichtsbedingten Krankheiten sich jedes Jahrzehnt verdoppeln und im Jahr 2030 bei 956 Milliarden Dollar liegen. Durch adipöse Angestellte gehen zehnmal mehr Arbeitstage verloren als durch normalgewichtige. Auf 100 fettleibige Angestellte entfallen in den USA im Jahr durchschnittlich 184 Krankheitstage, bei Normalgewichtigen nur 14. Zu diesem Thema – in Europa - hatte ich ja grade vor kurzem was geschrieben.

Aber auch in den USA (wie ja auch hier) gibt es Hoffnungsschimmer: stark im Trend sind slow-food statt fast-food, oder regionale Kost, die inzwischen wieder sehr propagiert wird.

Quelle: aerzteblatt.de

Romantische Reise mit Trennungsabsicht

Eine wirklich originelle und ungewöhliche Geschäftsidee hat ein chinesisches Reiseunternehmen. Es bietet spezielle Touren für Paare an, die kurz vor der Trennung stehen. Dabei geht es ihnen absolut nicht um eine mögliche “Wiedervereinigung” sondern eher um einen eleganten Abschluss der Affaire. Die Werbebotschaft ist nämlich: "Wenn es unser Schicksal ist, auseinander zu gehen, dann lass uns am Ende mehr romantische Erinnerungen haben als schmerzhafte." Das ist vielleicht ein richtig gutes Vorhaben, wenn man bedenkt, dass normalerweise zum Ende hin und danach auf beider Seiten reichlich schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Die in der Provinz Heilongjiang ansässige Agentur berechnet für einen fünftägigen Abschiedsausflug auf die chinesische Insel Hainan knapp 1600 Euro. Dafür, dass man danach auseinander geht, ist das schon eine stolze Summe. (Könnte man aber mit dem aktuellen Internet-Express-Scheidungsverfahren in Spanien vergleichen, das kostet ca. 1500, ist natürlich viel langweiliger und hässlicher). Die Tour findet in einem separaten Fahrzeug statt (Ist es schon peinlich bei den häufigen Diskussionen, mit anderen Fahrgästen/ Zeugen im selben Fahrzeug zu sitzen?) und jedes Paar bekommt einen eigenen Reisebegleiter gestellt (zum Schlichten?). Auf jeden Fall, es soll alles sehr romantisch und schön sein…


Die chinesische Sprache empfinden wir ja als sehr blumig. So bietet denn die Agentur unter den Namen "Tour der schlechten Stimmung" und "Tour der Nachsicht" weitere Trennungsreisen an. Unter dem 1. Motto kann ich mir nicht so richtig was vorstellen, bei der zweiten Tour denke ich an ein Meditationswochenende in einem tibetanischen Kloster. Wer es ausprobiert, möchte sich bitte anschliessend mal bei mir melden und Bericht erstatten. Neugierig bin ich ja geworden, ob das auch für Bürger der westlichen Welt eine akzeptable und elegante Alternative ist. Vielleicht lassen sich ja damit wirklich die schlimmsten Folgen für die Opfer der Trennung merklich reduzieren.
Quelle: aerztezeitung.de

Fehltage in Deutschland und Spanien


Zeitarbeit und Fehltage ist das eigentliche Thema eines Artikels, den ich im Ärzteblatt fand. Ich erlaube mir mal, die Situation in Spanien zusätzlich ins Spiel zu bringen.

Beschäftigte in Zeitarbeit waren mit durchschnittlich 14,7 Fehltagen im Jahr 2008 vier Tage länger krankgeschrieben als Beschäftigte in anderen Branchen in Deutschland. Diese Daten hat die Techniker Krankenkasse aus Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen von rund 38.000 Zeitarbeitern bei der TK erhoben. Danach sind diese von nahezu allen Diagnosen häufiger betroffen als Beschäftigte in anderen Branchen. Die Daten der TK sind allerdings nicht repräsentativ für alle Krankenkassen.

Von Seiten der TK verwies man darauf, dass der höhere Krankenstand zunächst einmal dadurch bedingt sei, dass „in der Zeitarbeitsbranche vermittelte Tätigkeiten zu einem guten Teil körperlich schwere Arbeiten sind: Viele Zeitarbeiter sind im Lager- und Transportbereich, als Installateure, Monteure oder Hilfsarbeiter tätig.“ Diese Berufsfelder wiesen erfahrungsgemäß höhere Fehlzeiten auf, so Klusen. Allerdings muss man dagegen halten, dass in der gesamten Industrie inzwischen weniger als ein Prozent der Beschäftigten ohne Ausbildung ist, während sich der Anteil der vermittelten Helfer und Nichtausgebildeten bei Zeitarbeitsfirmen auf etwa 30 Prozent beläuft.

Nach der Analyse der TK belastet jedoch auch das Zeitarbeitsverhältnis an sich die Beschäftigten: Eine Befragung unter den Betroffenen ergab, dass sie vor allem unter hoher Arbeitsplatzunsicherheit, ihrer Einkommenssituation, der Diskrepanz zwischen Qualifikation und ausgeübter Tätigkeit sowie fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten leiden. Andererseits bewerteten sie Bereiche wie Arbeitsdruck, Wertschätzung durch Vorgesetzte sowie Informationsfluss positiver als Stammbeschäftigte.TK-Vorstand Klusen appellierte an Betriebe mit Zeitarbeitern, diese in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement einzugliedern. Zeitarbeitsfirmen selbst sollten ihre Mitarbeiter in Beschäftigungspausen weiter qualifizieren und ihre Gesundheit fördern.

Nach Angaben der TK wurden zum Zeitpunkt ihrer Analyse Ende 2008 knapp zwei Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland über Zeitarbeit organisiert. Nach Darstellung Enkerts waren im April 2008 noch rund 755.000 Frauen und Männer als Zeitarbeiter beschäftigt. Ein Jahr später, im April 2009, war die Zahl allerdings infolge der Wirtschaftskrise rapide auf 538.000 gesunken.

Ich habe mal “nachgeforscht” nach Ziffern in Spanien: Statistiken zu vergleichen ist ja immer etwas problematisch. Aber die Zahlen, die mehr oder weniger identisch immer wieder auftauchten, waren:
Durchschnittliche Fehltage in Spanien 67 (!!!!!!!!!) Tage/pro Jahr/ pro Krankschreibung. Andererseits fehlen aber insgesamt nur 11,8% aller Beschäftigten mindestens 1 Tag im Jahr im Gegensatz zu 18,3 % der Deutschen.

Kann mir das mal einer interpretieren? 67 gegenüber 14/ 10 Fehltage? Was sind das für Krankheiten? Ist es so ungesund in Spanien zu arbeiten? Ist das Klima in Deutschland entscheidend, dass viel häufiger mal einer fehlt? Wird dort genauer gezählt als hier? Können spanische Arbeitgeber (und das staatliche Gesundheitssystem) sich solche Fehlzeiten ihrer Beschäftigten noch immer erlauben? Was ist eher noch organisierbar oder finanzierbar für eine Firma: 11,8 %, die im Durchschnitt 67 Tage fehlen oder 18,3 % der Beschäftigten, die im Durchschnitt 14 Tage fehlen?

Kann mir bitte einer Erklärungen für derartige Unterschiede geben?
Quelle: aerzteblatt.de

Europas Strassen werden immer sicherer

Und wieder eine äusserst positive Nachricht: Die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union ist 2008 im Vorjahresvergleich um etwa acht Prozent gesunken. Europaweit sind im vergangenen Jahr rund 39 000 Menschen bei Straßenunfällen ums Leben gekommen. In Deutschland waren es nach vorläufigen Berechnungen 4467 Tote, das entspricht einem Rückgang um sogar etwa zehn Prozent. Diese Zahlen gab der "Europäische Verkehrssicherheitsrat" (ETSC) am Montag in Brüssel bekannt.

Besonders gefährlich leben allerdings immer noch die Verkehrsteilnehmer in Litauen. Hier gab es im vergangenen Jahr 148 Opfer von Straßenverkehrsunfällen pro eine Million Einwohner. Damit belegt Litauen den traurigen Spitzenplatz vor Polen (143) sowie Rumänien und Griechenland (jeweils 142). Deutschland kommt auf 54 Tote. Im Inselstaat Malta ist es am sichersten. Hier starben 37 Menschen pro eine Million Bewohner.

Spanien scheint sich in ein passables Mittelfeld in den Statistiken hochgearbeitet zu haben. Nachdem es ja ganz schlimme Jahre gegeben hat, wo wir hier dieselben Zahlen an Verkehrstoten hatten wie in Deutschland, das aber mit der Hälfte der Bevölkerung, wird ja ungemein viel getan von seiten der Behörden: Kampagnen ohne Ende, Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen, etc. Keiner will sie, aber sie scheinen jetzt doch wirklich Erfolg zu haben. Vor kurzem durften wir uns nach einem "langen Wochenende" freuen, die niedrigste Verkehrsopferzahl seit den 60-er Jahren gehabt zu haben. Das ist wirklich ein grosser Schritt nach vorn.

Kalorien zählen


Falls Sie Kalorien zählen müssen oder wollen: In der online-Ausgabe des Stern habe ich einen interessanten Test gefunden, bei dem man die Kalorienmenge von verschiedenen Gerichten und Desserts benennen muss. Ich habe dabei "nicht schlecht" abgeschnitten (typisch deutsche Formulierung - heisst bestimmt "recht gut"). Dafür, dass ich mich um solche Dinge nicht gross kümmere, nicht schlecht ;). Wenn Sie es auch interessiert, klicken Sie hier .

Sommeranfang

Erinnern Sie sich noch an diesen Tag? Hitze ohne Ende, Strassen bestimmt voller wohlgelaunter Mitmenschen! Flimmern über dem Asphalt. Volle Biergärten und Strassencafés. Dann ist immer richtig gute Stimmung auch im Norden und keinen zieht es mehr nach Malle. Tja, sowas kann man leider nicht jedes Jahr erwarten und zu diesem Wochenende sieht die Wettervorhersage in Deutschland etwas anders aus.

Machen Sie das Beste draus. Wir verweichlichten Südeuropäer haben in unseren Jahren in Norddeutschland auch schon im August in dicke Decken gewickelt draussen gegrillt. Alles eine Frage der Einstellung.

Wir verabschieden uns jetzt ins Wochenende und in den offiziellen Sommeranfang: Hier ist schönes Wetter für alle angesagt, für uns ausserdem 60-er-Jahre-Fête, und dann noch ein Mittsommernachts-dinner am Cap de Formentor mit amerikanischen Freunden. Da soll wohl Stimmung aufkommen.

Schweinegrippe: Die Pandemie der Massenmedien

Heute kopiere ich nur, ich erspare Ihnen sozusagen den link : Einen Artikel von Thomas Müller aus der "Ärztezeitung" über die berüchtigte Schweinegrippe. Endlich relativiert mal einer das Thema - in den Medien. Diese Schweinegrippe ist für viele ja schon kurz nach Ausbrechen zum Witzthema geworden. Warum wohl?

Ich zitiere: “Man stelle sich vor: Es gibt eine Pandemie, und keiner merkt's. Tatsächlich hätte die Menschheit die soeben ausgerufene Grippe-Pandemie praktisch nicht wahrgenommen, würde die Verbreitung des neuen Virus nicht akribisch verfolgt und von den Medien mit hoher Aufmerksamkeit begleitet. Doch solange es noch fast jeder Grippetote in die Schlagzeilen schafft, heißt das eigentlich nur eines: Das Virus ist derzeit - zum Glück - noch ziemlich harmlos.

Wenn man bedenkt, dass in jedem Winter allein in Deutschland 5000 bis 15 000 Menschen an saisonaler Influenza sterben, stellt sich die Frage, wie die WHO auf die Idee kommt, die höchste Pandemie-Warnstufe für einen Erreger auszurufen, der offenbar nicht gefährlicher ist als der alljährliche Mix an Grippeviren. Sicher, formal handelt die WHO korrekt: Ein neues Influenza-Virus breitet sich über den Globus aus.

Solange Pandemie-Warnstufen aber nichts über die Gefährlichkeit des Erregers aussagen, drohen sie zur Farce zu werden. Denn irgendwelche neuen Viren breiten sich immer aus, und sei es nur über einen harmlosen Schnupfen. Die WHO sollte ihr Konzept überdenken, sonst nimmt es vielleicht keiner mehr ernst, wenn eines Tages ein weit aggressiveres Virus auftaucht.”
Quelle: aerztezeitung.de

Lasst die Babys im Kinderzimmer!

30000 Kinder und Kleinkinder haben es bewiesen: im eigenen Zimmer schlafen sie schneller ein, wachen nachts seltener auf und haben insgesamt weniger Schlafprobleme als ihre Altersgenossen, die bei Mama und Papa im elterlichen Zimmer schlafen. Das ergab jedenfalls eine Studie, die beim US-Kongress Sleep 2009 vorgestellt wurde (Abstract ID 0243).

Die Autoren liefern auch eine Erklärung für die Beobachtung: Ohne die Eltern in der Nähe schlafen die Kinder leichter von sich aus ein. Und werden sie nachts wach, kommen sie auch ohne elterliche Hilfe schneller wieder zurück in den Schlaf.


Ob die Eltern der ausschlaggebende Grund ist, oder was die wahren Gründe wirklich sind, ist eigentlich egal. Endlich stehe ich nicht mehr als reaktionäre Rabenmutter da, die ihre Babys in eigene Bettchen in eigene Zimmer verbannte, nur um ungestört dem Schlafe (oder dem Lotterleben ?) zu frönen. Wie schön, nach 20 Jahren ein Argument geliefert zu bekommen für die eigene Unlust, auch noch die Nacht, die ja sowieso nur im Stundentakt stattfand, nicht auch noch mit den kleinen unschuldigen Kindlein teilen zu müssen. Wo sie mich doch schon über 20 Meter Entfernung auch aus dem Tiefschlaf wecken konnten…
Quelle: aerztezeitung.de

Keine Krise für Single-Börsen


Unsichere Zeiten verunsichern. Und dann scheint’s, dass wir Halt suchen bei anderen Menschen. Das wäre eine mögliche Erklärung für einen neuen Boom der Online-Single-Börsen. Denn wo alle unter der Weltfinanzkrise ächzen, belebt sich ihr Geschäft ungemein.

Gian Gonzaga vom amerikanischen Dating-Marktführer “eHarmony” stellt fest, dass sich seit September 2008 die Zahl der Partner-Suchenden um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Rund 30 Millionen amerikanischer Singles suchen auf etwa 1000 US- Dating- Internetseiten nach einem Partner.

Die Soziologin Professor Pepper Schwartz (Universität des Bundesstaates Washington) ist von dem direkten Zusammenhang zwischen Krise und wachsender Nachfrage beim Online-Dating überzeugt. "Natürlich haben wir keine eindeutigen Beweise, aber die Zahlen sind zu groß, als das es einfach nur ein Zufall ist", sagt Schwartz, die auch die Dating-Internetseite perfectmatch.com berät.

Je unwirtlicher die Welt wird und je schwieriger uns das Leben erscheint, umso mehr steigt wohl unsere Sehnsucht nach Liebe und menschlicher Wärme. Eher rational und weniger romantisch denkt, wer darin auch den praktischen Nutzen erkennt: Paare können sich nicht nur die Miete teilen, auch das Leben wird preisgünstiger.

Tja, wie heisst es so schön: Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid ist halbes Leid.
Quelle: aerztezeitung.de

Du lachst wie ein Affe


Das Lachen lässt sich 10 bis 16 Millionen Jahre bis zum letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffen zurückverfolgen. Aber dass es nicht nur menschlich ist, und man selbst Gorillas und Orang-Utans durchkitzeln kann und die dann “lachen” können hat die Wissenschaftler um Professorin Elke Zimmermann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover dann doch überrascht.
Insgesamt 800 Ton- und Videodokumente zeichneten die Forscher auf, wie Pfleger in Zoos und einem Orang-Utan-Zentrum in Malaysia 22 Tiere an den Händen, Füßen, im Nacken und in den Achselhöhlen kitzelten. Bei den Menschenkindern, die an der Studie teilnahmen, übernahmen die eigenen Eltern die Aufgabe. Es waren alles natürliche Situationen, denn das Kitzeln gehört auch bei Affen zum natürlichen Verhaltensrepertoire im Spiel.
Die Biologen analysierten das Kichern anhand von elf Merkmalen und stellten verblüfft fest, dass der Stammbaum des Lachens exakt dem Verwandtschaftsverhältnis von Orang-Utan, Gorilla, Schimpanse, Bonobo und Mensch entspricht. Je näher eine Art mit dem Homo sapiens verwandt ist, desto ähnlicher wird das Lachen. Während Orang-Utans und Gorillas kaum hörbar kichern und keckern, klingt es beim Schimpansen und Bonobo manchmal bereits menschentypisch melodiös.
Nach Ansicht der Mitautorin Marina Davila Ross muss unser Lachen sich aus Vorstufen entwickelt haben. Schon bei den vom Aussterben bedrohten Orang-Utans wirkt ein emotionaler Gesichtsausdruck ansteckend und wird Lächeln mit einem Lächeln belohnt. Wie mehrere Studien der vergangenen Jahre nahelegen, haben auch Primaten sowohl ein Einfühlungsvermögen als auch ein ausgeprägtes Ich-Bewusstsein, was früher als menschentypisch angesehen wurde.
"Durch die jüngsten Primaten-Studien gewinnen wir sowohl Erkenntnisse darüber, was uns Menschen von Affen unterscheidet, als auch darüber, wieviel Affe in uns steckt", sagt Professorin Zimmermann. So ergaben sich aus ihren Untersuchungen keine Hinweise darauf, dass Affen wie Menschen ihr Gegenüber mit einem gestellten Lachen bewusst manipulieren können. Das Affenlachen scheint somit immer Ausdruck unverstellter Fröhlichkeit zu sein - darin unterscheiden sie sich zwar nicht von menschlichen Babys, wohl aber von Erwachsenen.
Fazit: wenn Sie ein Affe anlacht, haben Sie ihn garantiert auf Ihrer Seite.

Mamas Liebling is(s)t nicht dick!


Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind schätzungsweise übergewichtig. Das sind etwa 1,9 Millionen Betroffene, die Hälfte davon sind sogar adipös. Die Folgen sind, u.a.: erste Gefäßschäden sowie eine Vorstufe von Diabetes. Und außerdem hat das frühe Übergewicht häufig Langzeitfolgen für das Skelettsystem. Abgesehen von der meistens leidenden Seele der Kinder schon ein grosses Problem.

Leider ist es für diese Kinder gar nicht so einfach, die schädlichen und lästigen Kilo wieder loszuwerden. Funktionieren tut das nur, wenn sich auch der Lebensstil der Kinder erheblich verändert. Und dafür sind dann v.a. die anderen Familienmitglieder mitverantwortlich, vor allem die Mütter (sie sind es, die ja immer noch hauptsächlich in der Küche stehen). Doch hier gibt es ein Problem: Die meisten Eltern von dicken Kindern erkennen garnicht, dass ihr Kind übergewichtig ist. Sie lieben ihr kleines Pummelchen grad so wie es ist. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Studie von Jessica Doolen und ihrem Team von der University of Nevada in Las Vegas.

Die US-amerikanischen Wissenschaftlerinnen haben diverse Studien zu dem Thema, die seit 1996 in Großbritannien, Australien, Italien und den USA veröffentlicht wurden, ausgewertet und verglichen In den meisten Untersuchungen ging es um Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren. Alle Studien haben ein Missverhältnis zwischen der Realität und der elterlichen Wahrnehmung ergeben.

In einer britischen Studie aus dem Jahr 2005 zum Beispiel wurde in 1082 Familien erfragt, wie das Gewicht der Kinder zwischen drei und fünf Jahren eingestuft wird. 41 der Kinder waren nach objektiven Kriterien übergewichtig. Doch nur Eltern von sieben Kindern haben das erkannt. 104 der kleinen Kinder waren noch nicht dick, hatten aber ein deutliches Risiko für Übergewicht. Doch das sahen nur die Eltern von zwei Kindern so. Andersherum: 94 Prozent der betroffenen Eltern konnten das Gewicht ihrer Kinder nicht korrekt einordnen.
Interessant ist auch, dass, wenn Eltern ihre Kinder dann tatsächlich richtig als übergewichtig einstuften, es meistens die Mädchen waren!! Jungen wird Übergewicht offenbar noch eher zugestanden. Da spielen wohl doch die Schönheitsideale, die wir in den Köpfen haben, eine grosse Rolle. Und dick heisst gesund und stark – so wollen wir wohl – unbewusst? - unsere Jungs haben.
Bei Teenagern ist das Missverhältnis nicht mehr ganz so krass. Aber generell zeigte sich, dass vor allem Eltern, die selbst übergewichtig waren, ihre dicken Kinder als "genau richtig" oder ein wenig pummelig einschätzten. Eltern geben also nicht nur ihre Veranlagung weiter, sie sind wahrscheinlich auch schlechte Vorbilder.
Das macht Veränderungen in der Praxis logischerweise sehr schwierig. Denn Voraussetzung für die erforderliche Mitarbeit der Mütter ist, dass sie das Problem erkennen. Wahrscheinlich ist nur eine gemeinsame Therapie von Müttern/Eltern und Kindern erfolgversprechend, ebenso wie das Einbeziehen anderer Personen aus dem sozialen Umkreis.

Leider ist die Änderung des Lebensstils keine Sache von heute auf morgen. Aber für alle, die gerade dabei sind : den längsten Weg beginnt man mit einerm ersten kleinen Schritt.
Quelle: aerztezeitung. De

Keine Coffeshops mehr neben der Schule


Im liberalen Rotterdam wirds ab jetzt wohl etwas konservativer zugehen. Ab Juni müssen die berühmten Coffeeshops in der Nähe von Schulen dicht machen. Die Anordnung betrifft 16 der insgesamt 62 (!!!) Cafés der Stadt, in denen weiche Drogen wie Haschisch verkauft werden. Die Entscheidung wurde eigentlich schon 2007 getroffen, traf aber auch innerhalb der Ratsmitglieder auf Widerstand und war durch die Klagen mehrerer Betreiber verzögert worden.
Jetzt verliert Rotterdam also einen Teil seiner regelrechten Touristenattraktionen. Tatsächlich sind die Coffeeshops ja unter den Spaniern der 50 plus-Generation z.B. überaus attraktiv. Mit der Massnahme will man von Seiten der Stadt deutlich machen, “dass Marihuana-Rauchen nicht normal ist“ (finde ich auch nicht - unabhängig vom exotischen Flair der Einrichtungen) und sieht sie als einen Teil des Jugendschutzes.
Schon 1976 hatten die Niederlande den Konsum und den Besitz von Cannabis in kleinen Mengen legalisiert. Daran kann ich mich noch sehr sehr gut erinnern, denn unter uns Gymnasiasten war das ein schier endloses Thema und nährte den Neid auf alle niederländischen Jugendlichen. Aber die Zeiten wandeln sich mit unseren Wertvorstellungen und was damals moralisch vertretbar wurde, gilt heute wahrhaftig nicht mehr als politisch korrekt.
Quelle. aerzteblatt.de