Herzgruppe Malllorca 2011 - Can Picafort





















































Das Wetter spielt weiterhin mit und die Teilnehmer haben ihren Spass. Es gibt zwei Gruppen: eine Übungsgruppe für die, die durch ihr Alter oder Krankheit in ihrer Leistungsfähigkeit etwas eingeschränkt sind und eine Trainingsgruppe für diejenigen, die etwas körperlich etwas mehr leisten können. Jeder Teilnehmer kann zwischen den Gruppen wechseln, ohne feste Regeln, und dort mitmachen, wo er sich am wohlsten fühlt.

Es handelt sich nicht nur um reines Sport treiben. Sondern grundsätzlich auch um Spass haben. Dabei entsteht ein Gruppendynamik unter den Patienten, die sich durch ihre Krankheit manchmal etwas alleingelassen fühlen.

Schon sind fünf Tage vergangen und die Stimmung ist sehr gut. Hoffentlich wird auch morgen das Wetter wieder gut...

Herzgruppe Can Picafort 2011







































Unsere deutschen Freunde aus den Herzgruppen verschiedener Bundesländer sind zum sechsten Mal in Can Picafort, auch dieses Jahr wieder im Reha-Hotel Can Picafort Palace. Diesmal haben insgesamt 85 (!) Teilnehmer den zehn-tägigen Reha-Aufenthalt gebucht.

Heute, Samstag, den 19. März 2011, sind wir alle zusammen in der staatlichen Finca "Son Real" gewesen. Wir konnten uns in diesem Natuschutzgebiet an der wunderschönen Landschaft und den gepflegten Einrichtungen erfreuen: sahen wilde Orchideen, verschiedenste Vögel, viele typische Pflanzenarten und die mallorquinischen "porcs negres" (eine einheimische Schweinerasse).

Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite und wir konnten alle miteinander einen Tag verbringen, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Nach der Wanderung gab es einen herzgesunden Imbiss - spanische Paella inklusive. Alles wurde mit Rotwein begossen. (Natürlich war auch der Wein von der herzgesunden Sorte.)
"Bon profit a tots!" wie der Mallorquiner sagt.

Japan in Trümmern

Ich müsste mal wieder posten. Aber eigentlich dreht sich alles um Japan, und da fehlen mir die Worte. Und die Nachrichten werden immer beängstigender...

Deshalb, in Gedenken an die Opfer, stelle ich hier heute nur dieses Foto ein. Dazu geht mir, seitdem ich dieses Foto im Stern gesehen habe, nur eines durch den Kopf: das zertrümmerte Haus - wie unser Leben - hält sich mit Müh und Not aufrecht; vollgestopft mit all unserem - geliebten und verhassten - Ballast, den wir um uns und in uns anhäufen, der uns jetzt zu erdrücken scheint und der zu nichts mehr nütze ist und uns - im besten Falle - nur erbarmungswürdig nackt zurücklässt.

Fasten im 21. Jahrhundert: sechs Wochen ohne Internet


Heute ist Aschermittwoch. Hat das irgendeine Bedeutung für Sie? Die jetzt angesagte Fastenzeit hat ja für die meisten von uns keinen tiefgehenden Sinn mehr: dennoch gibt es ja viele Menschen, die gerade den Frühling zumindest gesundheitlich zur inneren Reinigung nutzen. Fasten ist seit einigen Jahren ja wieder in Mode, allerdings meistens ohne einen religiösen Hintergrund.

Aber es scheint uns wohl doch ein Bedürfnis zu sein, mal ab und an ein paar Dinge wieder ins Gleichgewicht zu rücken. Alle Exzesse an Alkohol, Tabak und Süßigkeiten hängen uns – so scheint’s – irgendwann dermassen zum Halse raus, dass wir dann doch zu diesem Datum unsere persönliche Schmerzgrenze erreicht haben.

78 Prozent der Deutschen würden beim Fasten am ehesten auf Alkohol verzichten, ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK. Es folgen Süßigkeiten (69 Prozent), Rauchen (53 Prozent), Fleisch (48 Prozent) und Fernsehen (42 Prozent).

Inzwischen sind wir auch soweit, dass sich immerhin 28 Prozent der Deutschen einer gewissen Abhängigkeit von PC und Internet bewusst sind und sie den Verzicht auf Computer oder Internet als vorrangiges „Fastenziel“ angaben. Dabei sind es mehr Frauen als Männer, die sich mal ausklinken wollen. Junge Erwachsene scheinen andererseits noch keine Abscheu gegen ihr eigenes Bildschirm-konsumverhalten zu hegen.
Insgesamt sehen 60 Prozent der rund 1000 Befragten einen mehrwöchigen Verzicht auf bestimmte Genussmittel als sinnvoll für ihre Gesundheit an. Die DAK-Umfrage ergab auch einen Anstieg um rund fünf Prozent auf 40 Prozent der Menschen, die schon häufiger für mehrere Wochen bewusst auf Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet hatten. Dagegen ist für 29 Prozent der Befragten der bewusste Verzicht zur Fastenzeit generell kein Thema.

Die DAK-Expertin Silke Willms hält Fasten für eine Auszeit, die wie Urlaub wirkt. "Wer in den nächsten sieben Wochen bewusst auf bestimmte Dinge verzichtet, der tut seinem Körper und seiner Seele etwas Gutes." So verstanden, ist das Ende der Karnevalszeit ein guter Zeitpunkt, über unseren Lebensstil mal nachzudenken und eventuell auch mal konsequent zu handeln.

Und zur Erinnerung: Mit dem Aschermittwoch beginnt für gläubige katholische Christen die 40-tägige Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi.
Quelle: aerzteitung.de

Frauen brauchen gleichaltrige Männer

In den letzten Tagen geht wieder eine Meldung durch Medien, die der derzeit allgemein angesagten "political correctness" frönt. Versicherungsbeiträge dürfen demnächst nicht mehr nach Geschlecht unterschiedlich bemessen werden. Freute Frau sich ja bisher, dass sie ihr Auto (und das der Männer im Haushalt) billiger über sich selbst versichern konnte, darf das nun nicht mehr sein. Schade, andererseits denkt sie sich: gut, Krankenversicherungsbeiträge müssten dann ja jetzt etwas billiger werden, da Frauen immer mehr zu zahlen hatten als Männer. Die Argumente waren immer Schwangerschaften (als wären wir da irgendwie krank oder alleinverantwortlich) und längere Lebenserwartung. Nein, so ist das nicht: lese ich doch grad, dass wir alle, Männlein oder Weiblein demnächst mehr zu zahlen haben. Grund? Den habe ich nicht erfahren...

Die ganze idiotische Gleichstellerei kommt mir in den Sinn, wenn ich dann an eine Nachricht denke, auf die ich kürzlich stiess. Nämlich, wie ungleich sich doch zumindest die gesellschaftlichen Bedingungen, mit denen wir es zu tun haben, auf beide auswirken wird mit einer Studie Rostocker Forscher klar, die zu folgendem Fazit kommt: Frauen haben gute Aussichten auf ein langes Leben, wenn sie einen gleichaltrigen Mann heiraten. Ehelichen sie einen sieben bis neun Jahre jüngeren Mann, ist ihre Sterberate um 20 Prozent erhöht. Männer dagegen leben um so länger, je jünger ihre Partnerin ist, haben Forscher aus Rostock festgestellt.

Die Forscher vermuten, dass Paare mit älterer Frau und jüngerem Mann gegen Normen verstoßen und damit soziale Sanktionen heraufbeschwören, die gesundheitsschädlichen Stress erzeugen. Klar, und ein alter Mann mit einer jüngeren Frau hat dann vielleicht eine topfitte Pflegerin, die sich aufopfernd um ihn kümmert, während andersherum da ja wohl noch was im Argen zu liegen scheint.
Ja, so einfach ist das mit der Gleichstelllung.
Einziger Trost für Verheiratete: Eheleute (Mann wir Frau) leben generell länger als Singles.

Quelle: aerztezeitung.de, elmundo.es

Mehrsprachigkeit gegen Gedächtnisverlust

Altwerden wollen alle, altsein will keiner. Wenn wir dann alt werden, dann soll das auch bitte sein mit noch ein paar Freunden, ausreichend Geld und vor allem Gesundheit. Dazu gehört auch ein klarer und noch brauchbarer Kopf. Eine unserer grossen Sorgen heute ist wohl die Angst davor, im Alter dement zu sein oder zu werden. Ein bisschen können wir natürlich dafür tun, dass dieser schlimme Zustand uns nicht oder erst spät packt.

Um dieses Wissen und unsere Furcht hat sich inzwischen ja ein riesiger Markt entwickelt: Gerätschaften, Spiele, Therapien der unterschiedlichsten Art sollen helfen, unseren geistigen Verfall zumindest aufzuhalten. Und tun das auch mehr oder weniger effektiv.

Eine der bewährten Möglichkeiten des geistigen Fithaltens ist schon uralt und doch immer noch sehr aktuell und ist jetzt mal wieder studiert worden: das ist Sprachen lernen.

Besonders hilfreich ist dabei offenbar, mehrere Sprachen zu sprechen. Darauf deutet das Ergebnis einer Untersuchung aus Luxemburg, wo die Menschen üblicherweise zwei oder mehr Sprachen beherrschen.

Für die Studie hat ein Team um Dr. Magali Perquin 230 Luxemburger im Durschnittsalter von 73 Jahren untersucht. Alle sprachen mindestens zwei und bis zu sieben verschiedene Sprachen. 44 der Teilnehmer klagten über Gedächtnisprobleme.

Insgesamt waren Gedächtnisprobleme bei Teilnehmern mit drei Sprachen dreimal seltener als bei solchen mit zwei, bei Teilnehmern mit mehr als vier Sprachen sogar fünfmal seltener.

Ein interessantes Ergebnis, das alle, die glauben, mit Sprachen auf Kriegsfuss zu stehen, ja mal überdenken könnten. “Fremd”-sprachen sind es ja nur, solange sie einem fremd vorkommen. Haben wir dann ein gewisses Niveau erreicht, ist das eine unglaubliche Berreicherung (kann ich aus Erfahrung sagen) und das Gefühl, eine Sprache zu “beherrschen” ist ja auch nicht schlecht. Wenn Sie dann bedenken, dass es Sie fithält, haben Sie auch ein schlagendes Argument, einen der bei uns Mallorca-Deutschen ziemlich unbeliebten Katalanisch-kurse zu buchen oder wenigstens das Spanisch in Angriff zu nehmen.
Das einzige Problem: es braucht Zeit und Einsatz. Eine Pille gegen Gedächtnisverlust gibt es eben nicht.

Eindeutig zuviel Alkohol


Auch wir Deutschen haben ein Laster. Und das geht zu Lasten unserer Gesundheit. (Kommt Last von Laster?) Das ist der Alkohol.

Knapp 13 Liter reinen Alkohol trinken wir ab unserem 15. Lebensjahr pro Jahr. Das ist fast die doppelte Menge, die sich weltweit durchschnittlich jeder andere auf diesem Globus pichelt. Der Rest der Welt beschränkt sich immerhin auf nur gut sechs Liter.

Aber was sind schon 13 liter reiner Alkohol bei 365 Tagen, die das Jahr lang ist. Naja, eben sage und schreibe umgerechnet rund 270 Liter Bier. Das versteht ja wohl jeder. Und Bier ist unser aller Hauptalkohollieferant.

Einen einzigen dummen Trost bei diesen schlimmen Ziffern gibt es: wir liegen zwar weit über Durchschnitt, aber der traurige Spitzenwert ist – noch – ganz weit weg: Der liegt bei 56 Litern reinem Alkohol und wird von Bosnien-Herzegowina gehalten. (12 points!) Umgerechnet sind das 140 Liter 40-prozentiger Schnaps.
Machen Sie sich eins klar: dieses masslose Saufen hat Folgen: Mehr als jeder zehnte verstorbene junge Erwachsene hat sich zu Tode gesoffen: In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen ist Alkohol für neun Prozent der Todesfälle verantwortlich, heißt es im letzten WHO-Report zur globalen Situation von Alkohol und Gesundheit. Absolut sind das jährlich 320.000 (!!!) Menschen in dieser Altersgruppe. ( Über Zahlen aus Deutschland verfüge ich leider nicht)
Insgesamt führt die WHO jährlich 2,5 Millionen Todesfälle weltweit auf Alkoholkonsum zurück. Das entsprecht rund vier Prozent aller weltweiten Todesfälle, so ist es dem WHO-Report zu entnehmen. Die meisten dieser Menschen sterben durch alkoholbedingte Unfälle, aber auch an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose.

Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. 6,2 Prozent der Todesfälle bei Männern sind auf Alkohol zurückzuführen, bei Frauen nur 1,1 Prozent. In Russland und den Nachbarländern stirbt sogar jeder fünfte Mann an den Folgen des Alkoholkonsums.

Im Mai 2010 haben die WHO-Mitgliedstaaten eine Strategie gebilligt, gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum zu bekämpfen. Dazu gehört eine Besteuerung, die den Zugang zu Alkohol erschwert. Außerdem soll die Zahl möglicher Verkaufsstellen deutlich reduziert werden. Nicht zuletzt steht die Regulation oder ein Verbot der Alkoholwerbung auf der Agenda.
Das haben wir nun davon: hätten wir Mass gehalten, würden wir in Zukunft nicht wie kleine Kinder gemassregelt.
Quelle: aerztezeitung.de

Willkommen im Playmobil-Krankenhaus


Ins Krankenhaus lässt sich wohl niemand gern einweisen. Ich glaube, es geht auch keiner einfach mal so in die Cafetería eines Krankenhauses, um sich mit Freunden dort einen Kaffee zu trinken und zu quatschen. Krankenhäuser sind einfach kein Ort, an den es uns zieht.
Dass das – bedingt – anders sein kann, erfahren jetzt die Leute in Rostock. Dort steht Deutschlands größtes Playmobil-Krankenhaus. Das hat sich jetzt zum Besuchermagnet entwickelt. Besonders natürlich für Kinder. Aber sogar auch Berufsanfängern werden dort damit die komplexen Abläufe des Klinikbetriebes transparent gemacht.

Sage und schreibe sechs Stockwerke hat das in allen Playmo-Farben leuchtende Krankenhaus und darin alles, was eine moderne Klinik auszeichnet: Von der kompletten Intensivstation über OP-Säle bis zum CT. Auch Labor, Pathologie und Psychiatrie sind vorhanden. Und das Ganze brauchte nur zwei Monate Bauzeit bis zur Inbetriebnahme des Hauses. Wieso das möglich war? Leider ist es eben nur ein Modell!

Während wir in Deutschlands Kinderzimmern seit Jahrzehnten über Millionen Teilchen aus den Wikingerwelten oder Raumfahrtstationen stolpern, hat man sich in Rostock die Mühe gemacht, ein Guinessrekordverdächtiges Riesenmodell aufzubauen, um Schülern, Auszubildenden und Kindern die Komplexität eines Krankenhausbetriebs und der Patientenversorgung zu veranschaulichen. Ich weiss nicht, ob die Mitarbeiter fürs Aufbauen Überstunden machen mussten oder freigestellt wurden; das Ergebnis sind jedenfalls zwei Dutzend Themenbereiche, inklusive Hubschrauber mit Landeplatz, und sogar Details wie Kiosk, Telefonzentrale oder Patientenauskunft, alles aus mehreren tausend Einzelteilen zusammengebaut und bestückt mit über 130 Figuren. Wahnsinn!

Angeschafft wurde das Modell vom RoSaNa (Rostocker Simulationsanlage und Notfallausbildungszentrum), das der Uniklinik damit zahlreiche junge Besucher beschert.

"Damit ist unser Haus zunehmend auch Besuchermagnet für Kindergärten und Schulen, die hier spielerisch auf medizinische Entdeckungstour gehen können. Ein großes Krankenhaus stellt einen hochkomplexen Betrieb dar. Wir erhoffen uns von unserem Minikrankenhaus, dass kleinen Patienten die Angst vor der Klinik genommen wird", sagt Oberarzt Dr. Gernot Rücker, Leiter von RoSaNa. Außerdem kann das Modell, das im Simulationszentrum des Uniklinikums für Lehrgänge bereitsteht, auch bei Anfängern verschiedener Berufsgruppen wie etwa Rettungsdienstpersonal eingesetzt werden, um die Abläufe im Krankenhaus transparenter zu machen.

Übrigens war ich in der letzten Woche gleich zweimal im neuen Krankenhaus der balearischen Superlative “Son Espases” und durfte mir einen ersten Eindruck als Besucher verschaffen. In der Hoffnung, dass Sie, lieber Leser, nie dorthin müssen, noch nicht einmal als Besucher, mach ich jetzt nur ein paar Vorschläge für Veränderungen (Verbesserungen?), die mir vielleicht weitergeholfen hätten.
  • Sichtbare Schilder, nach denen man sich orientieren könnte, in welchem Bereich man denn nun sein Auto abgestellt hat
  • Eine besetzte Besucherinformation
  • Vielleicht sogar auch ein paar nette individuelle (unzeitgemässe?) Pflanztöpfe oder anregende Bilder, an denen ich mich orientieren kann, wenn sonst schon alles gleich aussieht
  • Und – ohne die Qualität der medizinischen Behandlung in Frage stellen zu wollen – bitte ich von ganzem Herzen darum, dass endlich in spanischen Krankenhäusern die Türen der Patientenzimmer zubleiben. Ich finde es einfach nur unglaublich entwürdigend für die Patienten (egal ob jung, alt, wach oder im Koma) wenn man, nur weil der Besucherblick in offene Zimmer fällt, auf ihre entblössten Unterleiber, die grade gewaschen oder gewindelt werden, sehen muss.
  • Und ich bitte inständig auch drum, dass meine 80-jährige Freundin, nicht geduzt wird, als wäre sie ein Kleinkind. Wie wäre es mit Señora oder Señor, oder schön altmodisch – respektvoll - mit Doña oder Don. Das gibt’s doch auch auf mallorquinisch. Madò Maria oder L’amo en Toni. Kommt immer gut! (und gleich in meiner Kaffeepause versuch ich mal, meinen Unmut auf der webseite von Son Espases, sofern möglich, loszulassen)

Rentiere im Drogenrausch

Wenn man hier auf Mallorca überwintert, dann wird man doch sehr verwöhnt. Zumindest klimamässig. Wir haben im Moment zwar mit extrem feuchten Tagen zu leben, aber dieser Sonnenschein!!!!! Das ist mit Geld nicht zu bezahlen.
Ich kann mir dann kaum mehr vorstellen, wie ich es winters in Deutschland ausgehalten habe. Erinnere mich nur, dass es mir ab Mitte Januar immer schlechter ging, bis irgendwann Ende Februar ich auf einem absoluten Stimmungstief ankam, das man in den letzten Jahren meines Lebens in Norddeutschland auch leichtgradige Depresssion hätte nennen können. Da half keine Sonnenbank, keine Schokolade, nichts. Deshalb fühle ich mich hier privilegiert, nur klimamässig, versteht sich!

Die weise Mutter Natur scheint auch zu wissen, dass Nordlichter beim Thema Sonne zumindest eindeutig im Nachteil sind und hat sich deshalb was absolut Geniales einfallen lassen, um den Betroffenen eine Alternative zu bieten.
Und die sind PILZE: natürlich keine normalen, popeligen Champignons, sondern halluzinogene Pilze. Und davon gibt’s im hohen Norden wohl eine ganze Menge. Zumindest ausreichend, dass sich Rentiere (!) damit vollfuttern können. Und damit können sie dann der Monotonie eines Winters (zumindest in Nordamerika) zu entfliehen. Mit dieser Wirklichkeitsflucht, so berichtet jetzt Andrew Haynes im britischen "Pharmaceutical Journal" (2010, 285: 723), sind die Paarhufer auch gar nicht allein: Auch Affen, Jaguare und Stare konsumierten natürliche Drogen.
Das überrascht mich jetzt doch ein bisschen, denn Affen und Jaguare leben, soweit ich weiss, nun nicht grade in Lappland oder Kanada. Wem oder was müssen die denn nun entfliehen? Wo es doch im Urwald so schön grün und warm ist und dann ist dort auch noch richtig was los.
Egal, so läuft das ab: auf der Suche nach Fliegenpilzen (Amanita muscaria) wurden Rentiere beobachtet, wie sie mitunter sehr weite Strecken zurücklegen. Nach dem Verzehr der Giftpilze torkeln sie wie betrunken herum, geben seltsame Geräusche von sich und zucken mit dem Kopf.
In Gabun fessen Affen die Wurzel des Iboga-Strauchs, im Regenwald berauschen sich Jaguare an der Rinde eines Lianengewächses. Was mit diesen Tieren passiert, wird leider in dem Studienauszug nicht beschrieben. Vielleicht sollte ich mal bei Youtube nach einem Video zum Thema suchen...
Fazit der Experten:“Es sieht so aus, als ob viele dieser Arten ein natürliches Bedürfnis verspürten, mit veränderten Bewusstseinszuständen zu experimentieren". Natürliches Bedürfnis??, Experimentieren mit veränderten Bewusstseinszuständen?? Klingt voll nach 60-er Jahre!
Hallo? Und wir dürfen das nicht?
Einen ganz lieben Gruss (wirklich, das ist keine Halluzination) schick ich zu meiner lieben Freundin Romy in den Norden.
Quelle: aerztezeitung.de

Katalonien: private Krankenversicherung wird steuerlich absetzbar

Wiedermal sind es die Katalanen, die mit einer – man muss fast sagen – innovativen, grossartigen Idee daherkommen.

Ist man doch hier in Spanien als Arbeitnehmer kranken- und sozialpflichtversichert in der staatlichen “Seguridad Social”. Wenn man sich dennoch privat krankenversichern möchte, tut man das dann im Grunde doppelt, denn wählen ist nicht möglich.

Nun wurde in Katalonien beschlossen, dass Kosten für private Krankenversicherung bei der jährlich anfallenden Steuererklärung abgesetzt werden können. Langfristiges Ziel von Seiten der privaten Institutionen ist natürlich, dass dies im ganzen Staate möglich sein wird. (Bisher ist es ja nur Selbständigen möglich, Ausgaben für Gesundheit, bzw. Krankheit abzusetzen.)

Natürlich ist der Grund für dieses unerwartet grosszügige Entgegenkommen nicht eine plötzliche Einsicht von Seiten des Staates in bestehende Ungerechtigkeiten oder mangelnde individuelle Freiheit z. Bsp. auf dem Gebiet der Ärztewahl, sondern die reine Not!

Private Krankenversicherungen sollen nun doch gefördert werden und den Bürgern mit dem Anreiz der Steuererleichterungen schmackhaft gemacht werden, weil das staatliche System schlicht gesagt kurz vor dem Zusammenbruch steht. Finanziell sowieso und kapazitätenmässig auch. So haben sich die Damen und Herren Politiker wohl gedacht, dass je weniger Patienten den staatlichen Service nutzen, desto eher er sich entstauen könnte, wobei ja die Einnahmen dieselben bleiben, denn wählen kann man ja eben weiterhin nicht, sondern nur doppelt zahlen.

Ausserdem sieht es zumindest in Katalonien so aus, und auf den Balearen ist das nicht viel anders, dass ein Grossteil der Leistungen auf dem medizinischen Sektor von privaten Institutionen geboten werden. (So ist die Hälfte der Krankenhausbetten z. Bsp. schon in privater Hand). Und diese Leistungen werden nicht nur von den Privatversicherungsnehmern genutzt sondern besonders von der “Seguridad Social”, die mit dem privaten Sektor besondere Verträge für immer mehr Eingriffe abschliesst, eben weil es schneller und billiger ist.

Ungefähr 10 Millionen Patienten sind es in Spanien, die durch ihre privaten Versicherungen das staatliche System entlasten, und dem Staat damit auch noch im Schnitt 1400€ pro Jahr an Kosten ersparen. Das hat also alles nur mit knallhartem Rechnen zu tun.

Aber freuen kann man sich doch einfach darüber, dass hier das Eis nun langsam aufbricht und – aus welchem Grund auch immer – die staatlicherseits so verachtete private Medizin in Spanien in gewisser Weise eine Aufwertung erlebt. Unserem Geldbeutel, sofern wir eine solche Versicherung uns leisten (können), wird’s gut tun.

http://www.medicosypacientes.com/noticias/2011/01/12_01_12_idis